Virginia Raggi Rom bekommt erstmals eine Bürgermeisterin

Kommunalwahlen in Italien: Die Partei des sozialdemokratischen Premiers Renzi wird abgestraft. Die Kandidatin der Protestbewegung Fünf Sterne, Virginia Raggi, triumphiert.


In Italien ist die Kandidatin der Protestpartei Fünf Sterne, Virginia Raggi, zur ersten Bürgermeisterin Roms gewählt worden. Raggi kam bei der zweiten Runde der Kommunalwahl in der italienischen Hauptstadt am Sonntag auf rund zwei Drittel der Stimmen.

Raggi lag damit deutlich vor ihrem Konkurrenten Roberto Giachetti von der Demokratischen Partei (PD) des Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Der 55-Jährige räumte seine Niederlage ein und gratulierte der Rechtsanwältin zum Sieg.

Die 37-jährige Raggi (lesen Sie hier ein Porträt der Politikerin) hatte bereits die erste Wahlrunde vor zwei Wochen mit gut 35 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Giachetti, Vizepräsident des italienischen Abgeordnetenhauses, war im ersten Durchgang auf knapp 25 Prozent der Stimmen gekommen.

Die Stichwahl in Rom war notwendig geworden, weil keiner der beiden in der ersten Runde am 5. Juni mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten hatte. Auch in anderen Großstädten fanden Stichwahlen statt. In Turin führt ersten Prognosen zufolge ebenfalls die Fünf-Sterne-Bewegung. In Mailand liegt die PD vorne.

Kommunalwahlen fanden in insgesamt 126 italienischen Gemeinden statt. Bis 23 Uhr konnten mehr als neun Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. Die Wahlbeteiligung betrug nach Angaben des Innenministeriums nur etwa 50 Prozent.

Die Kommunalwahlen sind ein wichtiger Stimmungstest für Renzi. Der Sieg von Raggi in Rom bedeutet einen herben Schlag nicht nur für die Regierung, sondern auch für seine Mitte-links-Partei.

Die 2009 ursprünglich als Protestbewegung gegründete Partei Fünf Sterne des Starkomikers Beppe Grillo erhoffte sich von den Wahlen und insbesondere dem Ergebnis in Rom einen Schub für ihre Festigung als größte Oppositionspartei. Spätestens im Juni 2018 finden in Italien Parlamentswahlen statt.

kry/Reuters/AFP/dpa

insgesamt 53 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sir wilfried 19.06.2016
1. wofür steht
Weder für sozial noch für demokratisch. Eher für korrupt. Und das offenbar international.
palla-manfred 20.06.2016
2. Was soll der Quark mit den ...
StichWahlen - einfach mal die entsprechenden WahlBeteiligungen (nicht Prozent) vergleichen und staunen - einfachste Lösung: der zweitPlatzierte wird Stellvertreter usw. - meine Güte !!! ;-)
joG 20.06.2016
3. Das wird schwer für....
....Renzi. Immerhin ist er nicht einmal direkter EU Täter und wird abgestraft für deren Lügen und Versagen. Da wird man in Paris und Berlin wohl nchdenken müssen.
hansriedl 20.06.2016
4. Rom braucht auch eine Zwangsentgiftung
Die Lady wird viel Arbeit haben, nicht nur um die Müllberge aus der Stadt zu bringen, sondern auch die Mafia. Rom hat 12 Milliarden Schulden, obwohl sie vor 6 Jahren einen Schuldenerlass von 12 MRD bekam. Nun erfolgt erstmal ein Aderlass bei den Angestellten der Stadt.
elvezia 20.06.2016
5. SPON! Schluck doch endlich die Kröte ...
der Sozialist Renzi wird abgestraft durch einen Clown, einen Stand-Up Comedian. Verlacht, verscheisstert und gedemütigt durch Presse (Lügenpresse) die junge Anwältin Dr.Raggi wird es schwer haben, den Filz zu durchbrechen. An ihrem Erfolg oder Scheitern wird sich Italiens Schicksal weisen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.