Nahe dem Vatikan erstochen Tod eines Polizisten erschüttert Italien

In Rom ist ein Polizist erstochen worden, offenbar als er zwei Taschendiebe stoppen wollte. Innenminister Salvini bringt Zwangsarbeit für die Täter ins Gespräch - obwohl es die Strafe in Italien gar nicht gibt.

Ein Polizist steht in der Nähe des Ortes, wo sein Kollege ums Leben gekommen ist
Angelo Carconi/ANSA/AP/dpa

Ein Polizist steht in der Nähe des Ortes, wo sein Kollege ums Leben gekommen ist


Der gewaltsame Tod eines Polizisten in Rom bewegt Italien. Der 35-Jährige sei in der Nacht zu Freitag unweit des Vatikan mit acht Messerstichen getötet worden, teilte die Polizei mit. Der Polizist hatte erst vor sechs Wochen geheiratet.

Laut BBC hatte eine Gruppe von Taschendieben einem Mann eine Tasche gestohlen. Anschließend hätten die Täter den Bestohlenen kontaktiert und angeboten, dass er seine Tasche für 100 Euro wiederbekommen könne.

Zwei Männer, die die Tasche übergeben wollten, seien dann am vereinbarten Treffpunkt von der Polizei überrascht worden. Daraufhin habe einer der Männer ein Messer gezückt und den Polizisten erstochen.

Zwei US-Amerikaner festgenommen

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete am Freitagabend, dass zwei US-amerikanische Staatsbürger festgenommen worden seien. Nach italienischen Medienberichten werden die zwei aber bisher nur verdächtigt, die Tasche gestohlen zu haben. Wer den Polizisten erstochen hat, ist noch unklar.

Zuvor hatten die Carabinieri mitgeteilt, dass es sich bei dem Täter wahrscheinlich um einen Nordafrikaner gehandelt habe.

Italiens nationalistischer Innenminister Matteo Salvini schrieb bei Twitter: "Ich bin sicher, dass sie ihn fangen werden und dass er in vollem Umfang für den Rest seines Lebens im Gefängnis mit Zwangsarbeit für seine Gewalttat zahlen wird." Dabei ist Zwangsarbeit in Italiens Haftanstalten nicht vorgesehen.

Salvinis Parteikollegin, die Abgeordnete Barbara Saltamartini, nutzte das Verbrechen ebenfalls für rassistische Ausfälle. Sie machte "ausländische Schläger" für die Tat verantwortlich und forderte "null Toleranz" für "diese Bastarde".

yer/dpa



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