Rom Junge US-Touristen gestehen tödliche Messerattacke auf Polizisten

Zwei 19 Jahre alte Männer sollen einen Polizisten in Rom erstochen haben, der sie wegen eines Taschendiebstahls stoppen wollte. Offenbar haben die beiden US-amerikanischen Staatsbürger die Tat gestanden.

Tatort in der Nähe des Vatikans: Ein 35-jähriger Polizist ist erstochen worden, zwei Touristen sollen die Tat gestanden haben
Angelo Carconi/ ANSA/ AP

Tatort in der Nähe des Vatikans: Ein 35-jähriger Polizist ist erstochen worden, zwei Touristen sollen die Tat gestanden haben


Zwei junge Touristen aus den USA haben nach Angaben der italienischen Polizei gestanden, in Rom einen Polizisten erstochen zu haben. Der 35-jährige Polizeibeamte Mario Rega Cerciello war in der Nacht zum Freitag in einem Stadtviertel nahe dem Vatikan mit acht Messerstichen getötet worden, als er einen Diebstahl aufklären wollte.

Der Fall hatte in Italien für große Bestürzung gesorgt. In ersten Berichten waren die Verdächtigen als Nordafrikaner beschrieben worden. In Onlinenetzwerken gab es daraufhin viele rassistische Kommentare.

Auch in der rechten Regierungspartei Lega löste die Tat scharfe Reaktionen aus: Die Abgeordnete Barbara Saltamartini der Regierungspartei Lega machte daraufhin "ausländische Schläger" für die Tat verantwortlich und forderte "null Toleranz" für "diese Bastarde".

Innenminister Matteo Salvini hatte getwittert, der Verantwortliche werde "für den Rest seines Lebens im Gefängnis mit Zwangsarbeit" zahlen müssen. Zwangsarbeit allerdings ist in Italiens Haftanstalten nicht vorgesehen.

Streit über vermeintliche Drogen

Nun teilte die Polizei mit, die zwei Verdächtigen stammten beide aus den USA. Die 19 Jahre alten Männer wurden demnach am Freitagnachmittag festgenommen und haben inzwischen beide ein Geständnis abgelegt. Sie hatten sich demnach für Freitagabend Rückflugtickets besorgt, konnten zuvor aber in ihrem Viersternehotel festgenommen werden. In dem Hotelzimmer wurde nach Polizeiangaben auch die Tatwaffe gefunden.

Medienberichten zufolge sollen die beiden US-Touristen bei einem Drogendealer in Rom vermeintlich Kokain gekauft haben, das sich aber als Aspirin herausstellte. Um sich zu rächen, hätten die beiden Touristen den Rucksack des Dealers gestohlen. Dann vereinbarten sie demnach ein Treffen, bei dem er den Rucksack für hundert Euro und ein Gramm Kokain zurückbekommen sollte.

Der Dealer ging offenbar aber zur Polizei und wurde zu dem Treffen von zwei Beamten in Zivilkleidung begleitet. Als die Beamten die beiden Verdächtigen festnehmen wollten, hätte einer von ihnen ein Messer gezogen.

Die beiden US-Bürger seien in der Nacht wegen Totschlags und versuchter Erpressung in Untersuchungshaft genommen worden.

cop/AFP



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