Rom Terrordrohung gegen US-Botschaft

Drei algerische Terroristen wollten offenbar am Freitag die US-Botschaft in Rom in die Luft sprengen. Das US-Außenministerium forderte unterdessen Amerikaner in aller Welt zur Wachsamkeit auf.


Die US-Botschaft in Rom ist vorerst geschlossen
AP

Die US-Botschaft in Rom ist vorerst geschlossen

Rom - Nur wenige Stunden zuvor hätten die US- Behörden die Botschaft auf der Prachtstraße Via Veneto für den Publikumsverkehr gesperrt, berichteten italienische Zeitungen. Die Terroristen seien über Kroatien eingereist. Waffen und Munition hätten sie von Albanien an Bord von Flüchtlingsschiffen ins Land bringen lassen. Die Basis der Terroristengruppe sei vermutlich Frankreich, meldete das Fernsehen weiter.

Den Berichten zufolge soll das Trio Verbindungen zu dem mutmaßlichen saudischen Terroristenführer Ussama Ibn Ladin haben. Einer der Männer hätte den Anschlag in einem so genannten Kamikaze-Angriff zu Ende führen sollen, hieß es unter Berufung auf italienische und amerikanische Geheimdienstkreise.

"Es handelte sich um eine sehr glaubwürdige Drohung", sagte der politische Berater der römischen US-Botschaft, Robert Callahan der Zeitung "La Repubblica" (Rom). "Es geht nicht nur um Ibn Ladin. Er ist die Gefahr Nummer eins. Aber es gibt viele andere Organisationen, die amerikanische Einrichtungen attackieren wollen." Er erinnerte ausdrücklich an die Anschläge auf US-Niederlassungen in Kenia und Tansania 1998 mit über 200 Toten.

Die Terroristen wollten angeblich mit ihrer Aktion "eine bestimmte Person" in der Botschaft treffen. Ein starkes Bombenattentat auf die US- Niederlassung in der römischen Innenstadt hätte erhebliche Auswirkungen auf benachbarte Gebäude gehabt. In ganz Italien wurden die Sicherheitsmaßnahmen für US-Einrichtungen verstärkt. Kontrollen auf den Flughäfen wurden verstärkt. Die US-Botschaft solle bis Montag oder Dienstag geschlossen bleiben.

Das US-Außenministerium erneuerte eine Warnung an alle Staatsbürger. Die Terror-Bedrohung halte auch im neuen Jahr an. Gefährdet seien sowohl Regierungsbeamte als auch Privatbürger. Bei einem Anschlag auf das Kriegsschiff "USS Cole" waren am 12. Oktober im Jemen 17 Menschen ums Leben gekommen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.