US-Republikaner in Polen Romney-Berater bepöbelt Reporter in Warschau

Die Kritik an Mitt Romneys Auslandsreise reißt nicht ab - jetzt hat einer seiner Berater die Nerven verloren. Als Reporter den US-Präsidentschaftskandidaten auf seine Patzer ansprachen, griff er in die unterste sprachliche Schublade.

Präsidentschaftskandidat Mitt Romney: Mitarbeiter verliert Nerven
Michal Fludra / Demotix

Präsidentschaftskandidat Mitt Romney: Mitarbeiter verliert Nerven


Warschau - Die Pannen auf Mitt Romneys Europa-Besuch nehmen kein Ende: Nun ist ein Mitarbeiter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in Warschau ausfallend geworden. Das berichten übereinstimmend das US-Magazin "Politico" und der TV-Sender CNN, der auch ein Video des Vorfalls zeigt. Dabei sind Ausdrücke gefallen wie: "Leck mich am Arsch" und "verpiss dich".

Das Video ist leider nicht mehr verfügbar.

Romney befindet sich an diesem Freitag auf der letzten Station seiner Reise durch Europa und Israel. Mehrfach schon hatte er dabei wenig außenpolitisches Gespür gezeigt. In London als er Zweifel an der Sicherheit bei den Olympischen Spielen geäußert hatte. Und dann zog er den Ärger der Palästinenser auf sich, als er Israels starke Wirtschaft mit der schwachen der Palästinenser verglich und diesen Unterschied unter anderem kulturell begründete. Nun offenbarte auch einer seiner Mitarbeiter die Grenzen seiner Belastbarkeit: Pressesprecher Rick Gorka.

Den Berichten zufolge soll dieser regelrecht die Nerven verloren haben. Der Zwischenfall ereignete sich demnach, als Romney den Pilsudski-Platz in Warschau verließ, um zu seinem Auto zu gelangen. Reporter der US-Pressedelegation versuchten bei der Gelegenheit den republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu seiner Fauxpas-Serie zu befragen.

Romney ignorierte dem Bericht zufolge die Journalisten und stieg in sein Auto ein. Pressesprecher Gorka jedoch nicht. Dem platzte der Kragen. "Leck mich am Arsch", soll er gerufen haben, "das hier ist ein heiliger Platz für das polnische Volk. Zeigen Sie etwas Respekt." Einem Reporter von "Politico" soll er dann noch gesagt haben, er solle sich "verpissen".

Gorka war offenbar selber schnell klar, dass sein Verhalten ein Fehler war. Eine halbe Stunde später rief er Reporter an, um sich zu entschuldigen. Er sei ausgeflippt, erklärte er, und habe sich unangemessen verhalten.

Romney hatte zuvor bei dem Termin am Warschauer Pilsudski-Platz das Grab des unbekannten Soldaten besucht und einen Kranz niedergelegt. Er lobte die Unterstützung Polens für die Militäraktionen der USA im Irak und in Afghanistan. Am Morgen hatte er sich mit dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski getroffen.

Am Montag war Romney in Danzig mit dem früheren Gewerkschaftsführer und Ex-Präsidenten Lech Walesa zusammengetroffen, der ihm Erfolg wünschte. Die Solidarnosc-Führung distanzierte sich hingegen von der Begegnung und bezeichnete Romney als Gegner von Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechten.

ler/heb/dpa



insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
chrimirk 31.07.2012
1. Und das sind unsere "Freunde"!
Zitat von sysopMichal Fludra / DemotixDie Kritik an Mitt Romneys Auslandsreise reißt nicht ab - jetzt hat einer seiner Berater die Nerven verloren. Als Reporter den US-Präsidentschaftskandidaten auf seine Patzer ansprachen, griff er in die unterste sprachliche Schublade. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,847414,00.html
Da braucht man nach Feinden nicht mehr suchen!
rigouh 31.07.2012
2. Ich hoffe...
Herr Romney wird niemals Präsident der USA.
doctorwho 31.07.2012
3.
naja , wer an dieser "für die polen heiligen stätte" keinen respekt gezeigt hat ist ja wohl deutlich . kindergarten .
ohnetitel 31.07.2012
4. Weiter so!
Aus europäischer Sicht ist es gut, wenn Romney sich selbst immer wieder ein Bein stellt, indem er beweist, dass er von der Welt ausserhalb von "gods own country" keine Ahnung hat. Ob das aber auch in seiner Heimat bekannt wird, wage ich angesichts des Medienangebotes in den USA zu bezweifeln.
udlinger 31.07.2012
5. Bemerkenswert
...Mitt Romney und seine Entourage scheinen ja mächtig eloquent, sensibel und vor allem staatsmännisch zu sein...
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