Ehemaliger Präsidentschaftskandidat US-Milliardär Ross Perot im Alter von 89 Jahren gestorben

Er wurde vom Wirtschaftskrisenkind zu einem der reichsten Männer der USA, in den Neunzigerjahren trat er zwei Mal bei Präsidentschaftswahlen an. Nun ist Ross Perot gestorben.

Ross Perot: "It's just that simple"
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Ross Perot: "It's just that simple"


Der texanische Unternehmer und Milliardär Ross Perot ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte ein Sprecher der Familie mit. "Ross Perot, der wegweisende Unternehmer und liebevolle Ehemann, Bruder, Vater und Großvater starb am frühen Dienstagmorgen in seinem Zuhause in Dallas, im Kreis seiner Familie", gab die Familie in ihrem Statement bekannt.

Perot wuchs als Kind in Texarkana, Texas auf. Auf die schwere US-Wirtschaftskrise folgten damals erst der Zweite Weltkrieg, dann die turbulenten Nachkriegsjahre. Sein erstes Geld verdiente Perot als Zeitungsausträger auf dem Rücken eines Pony.

1953 graduierte er auf der U.S. Naval Academy. Dort kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Computern, mit denen er später ein Vermögen machen sollte.

Mit 38 zum Milliardär

1962 gründete Perot sein eigenes IT-Dienstleistungsunternehmen "Electronic Data Systems" in Dallas und wurde mit 38 Jahren zum Milliardär. Im Jahr 2012 schätzte das US-Magazin "Forbes" Perots Vermögen auf 3,4 Milliarden Dollar.

Bekannt wurde er 1979, als er nach einer Geiselnahme von Mitarbeitern seiner Firma in Iran die Rettungsoperation durch Ex-Elite-Soldaten der US-Armee selbst finanzierte. Eine Aktion, aus der später ein Buch und ein Film entstanden.

Perots Reichtum und seine Berühmtheit halfen ihm auch in den Neunzigerjahren, als er zwei Mal als Präsidentschaftskandidat antrat. Der exzentrische Milliardär versuchte es 1992 als unabhängiger Kandidat, 1996 als Bewerber der von ihm gegründeten Reformpartei.

Ins Weiße Haus schaffte er es nicht, 1992 landete er allerdings mit 19 Prozent auf Rang drei hinter dem demokratischen Gewinner Bill Clinton und dem Republikaner George Bush. Später holte er nur acht Prozent der Stimmen.

Im Wahlkampf gab Perot 63,5 Millionen US-Dollar aus und kaufte 30-Minuten-Werbespots für sich ein. In den Spots nutzte er Karten und Grafiken, um seinen Standpunkt zu erklären - und einen Satz, der zu einem nationalen Sprichwort wurde: "It's just that simple" - "So einfach ist das". Im Wahlkampf 2016 verglichen viele den heutigen Präsidenten Donald Trump mit Perot.

mst/AP/Reuters

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