Rouen in Frankreich Staatsanwaltschaft identifiziert zweiten Kirchenattentäter

Der zweite IS-Attentäter des Kirchenüberfalls nahe der Stadt Rouen ist mittels DNA-Spuren identifiziert. Es handelt sich um einen 19-Jährigen aus den französischen Vogesen - und er wurde polizeilich gesucht.
Trauerflor in Saint-Étienne-du-Rouvray

Trauerflor in Saint-Étienne-du-Rouvray

Foto: Ian Langsdon/ dpa

Der zweite Angreifer auf eine katholische Kirche im Nordwesten Frankreichs ist nun namentlich bekannt - und offenbar wurde er kurz vor der Tat polizeilich gesucht.

Vier Tage vor der Geiselnahme während einer Messe hatte Frankreichs Anti-Terror-Polizei UCLAT eine Terrorwarnung herausgegeben. Man wisse verlässlich, dass jemand "kurz davor steht, einen Angriff auf dem Staatsgebiet zu verüben". Bei dem Angriff auf die Frühmesse in der Ortschaft Saint-Étienne-du-Rouvray am Dienstag war ein hochbetagter Priester von islamistischen Geiselnehmern ermordet worden.

Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, wurde bei der Durchsuchung der Wohnung des bereits identifizierten Attentäters Adel Kermiche der Personalausweis des 19-jährigen Abdel-Malik Nabil Petitjean gefunden. Am Donnerstagmorgen bestätigte die französische Staatsanwaltschaft, Petitjean sei anhand seiner DNA identifiziert worden.

Der junge Mann stammt aus den Vogesen im Osten des Landes. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, hatten die Geheimdienste zu dem 19-Jährigen wegen seiner islamistischen Radikalisierung Ende Juni eine Akte, ein sogenanntes fiche S, angelegt. Der Eintrag ermöglicht eine stichprobenartige Überprüfung, führt aber nicht zu einer Rundumüberwachung.

Die Terrorwarnung der Behörden vier Tage vor dem Anschlag enthielt keinen Namen, trug aber das Foto eines Mannes, der Petitjean ähnele, zitiert unter anderem die französische Tageszeitung "Le Monde" die Ermittler.

Der bislang bekannte Attentäter Kermiche, ebenfalls 19, stand vor der Tat unter Terrorverdacht, weil er zwei Mal versucht hatte, nach Syrien zu reisen. Er war erst im März aus der U-Haft entlassen worden, trug eine elektronische Fußfessel und stand unter Hausarrest.

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cht/AFP
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