Royal Wedding Briten laden syrischen Botschafter aus

Umstritten war die Gästeliste der königlichen Hochzeit von Anfang an. Was haben Regime-Vertreter bei dem Ereignis zu suchen, fragten Kritiker. Jetzt gibt es ein deutliches Signal der britische Regierung: Syriens Top-Diplomat in London muss draußen bleiben.

Queen Elizabeth II mit Botschafter Khiyami (Archivfoto): Ein Bild aus besseren Tagen
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Queen Elizabeth II mit Botschafter Khiyami (Archivfoto): Ein Bild aus besseren Tagen


London - 1900 Einladungen zu ihrer Hochzeit haben der britische Prinz William und seine Verlobte Kate Middleton verschickt. Auch Syriens Botschafter Sami Khiyami durfte sich über einen Brief freuen. Doch kurz vor der Zeremonie am Freitag ereilt ihn die jähe Nachricht: Er ist ausgeladen.

Außenminister William Hague teilte am Donnerstag mit, dass Khiyami in Abstimmung mit dem Buckingham Palast bei den Feierlichkeiten nicht anwesend sein solle. Angesichts der Gewalt der syrischen Sicherheitskräfte gegen Zivilisten sei eine Teilnahme des syrischen Botschafters an der Hochzeit "inakzeptabel". Der Königspalast teile diese Einschätzung.

Die syrische Regierung ist in den vergangenen Wochen mit brutaler Härte gegen Oppositionelle im eigenen Land vorgegangen. Mindestens 450 Zivilisten sind laut Menschenrechtlern seit Mitte März getötet worden. In das hundert Kilometer südlich der Hauptstadt Damaskus gelegene Daraa waren allein am Montag bis zu 5000 Sicherheitskräfte unterstützt von Panzern eingerückt, sie töteten laut Zeugen mindestens 25 Menschen.

Die gewaltsame Unterdrückung der Opposition sollte nach dem Willen der europäischen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats von dem Gremium verurteilt werden. Doch der Vorschlag der Europäer fand keine Zustimmung.

Ebenfalls unerwünscht: der Kronprinz von Bahrain

Auch die Briten gehörten zu den Antragstellern. Da wollte es nicht so recht ins Bild passen, dass die Regierung die Einladung an den syrischen Botschafter bis vor kurzem noch verteidigte. "Jene Länder, mit denen wir normale diplomatische Beziehungen unterhalten und die Botschafter in London haben, sind zur Hochzeit eingeladen, und obgleich wir mit vielen dieser Länder starke Unstimmigkeiten haben, bleibt dies der Fall", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Dann aber kam die Wende: Das britische Außenministerium bestellte Khiyami am Mittwoch ein. Einer gemeinsamen Absprache folgend mussten auch die Botschafter in Berlin, Paris, Rom und Madrid bei den jeweiligen Regierungen vorsprechen.

Auch andere Persönlichkeiten auf der Gästeliste von William und Kate hatten Kritik ausgelöst. Der Kronprinz von Bahrain, Hamad Bin Issa Al Chalifa, sagte seine Teilnahme an den Feierlichkeiten vergangene Woche ab, nachdem er in der britischen Presse für das brutale Vorgehen gegen friedliche Demonstranten in seinem Land mitverantwortlich gemacht worden war. In Bahrain wurden am Donnerstag vier Oppositionelle zum Tode verurteilt.

Umstritten ist auch die Einladung des Königs von Swasiland, Mswati III., der in seinem bitterarmen Land im südlichen Afrika ein verschwenderischen Jetset-Leben führt. Er reiste trotzdem nach London.

kgp/dpa/AFP



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Originalaufnahme 29.04.2011
1. ===
Zitat von sysopDie königliche Hochzeit in London wird ohne den syrischen Botschafter stattfinden:*Die britische Regierung hat den Diplomaten nun kurzfristig ausgeladen. Sie will damit ein Zeichen setzen, weil das Regime in Damaskus brutal gegen Oppositionelle vorgeht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,759498,00.html
Ein Zeichen wofuer? Dass Monarchie mit brutalem Vorgehen gegen das Fussvolk nichts zu tun hat? Oder nie hatte? Oder was?
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