Ruby-Prozess Gericht veröffentlicht Beweise gegen Berlusconi

Amtsmissbrauch, bezahlter Sex mit einer Minderjährigen, Beweisfälschung und Zeugenbestechung - die Vorwürfe gegen Silvio Berlusconi im Ruby-Prozess sind gravierend. Jetzt hat das Gericht die Beweise veröffentlicht, aufgrund derer es ihn zu sieben Jahren Haft verurteilt hat.

Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi: Sex im Austausch für Schmuck
AP/dpa

Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi: Sex im Austausch für Schmuck


Rom - Der frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat nach Auffassung des Gerichts in Mailand die Marokkanerin "Ruby" für Sex bezahlt - und von ihrer Minderjährigkeit gewusst. Es sei "bewiesen, dass der Angeklagte Sex mit Ruby im Austausch für große Summen Geld und andere Vorteile wie etwa Schmuck hatte", zitierten italienische Medien am Donnerstag aus der schriftlichen Urteilsbegründung.

Zudem gebe es keinen Anlass zu zweifeln, dass Berlusconi wusste, dass er es mit einer Minderjährigen zu tun hatte. Die Chronologie der Ereignisse und der klare Inhalt der aufgenommenen Dialoge liefen darauf hinaus, dass Berlusconi von der Minderjährigkeit des Mädchens gewusst habe.

Nach Einschätzung des Gerichts hat Berlusconi außerdem Zeugen bestochen und ihm sei die "systematische Fälschung von Beweisen" zur Last gelegt worden.

In dem Verfahren um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch war der 77-Jährige im Juni in erster Instanz zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass Berlusconi bei angeblich wilden "Bunga-Bunga"-Nächten in seiner Villa Arcore in Mailand für Sex mit minderjährigen Prostituierten zahlte.

Im Mittelpunkt stand die Ruby genannte Nachtclubtänzerin Karima el-Marough - die jedoch bestritt, Sex mit Berlusconi gehabt zu haben. Berlusconi hat gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt.

ade/dpa/Reuters/AFP

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damtschweli 21.11.2013
1.
Nein. Der Cavaliere hat das Mädchen selbstverständlich nur für das Ausschenken von Getränken und vielleicht das eine oder andere Tänzchen bezahlt. Sex? Dich nicht Silvio! Kein Wunder, daß sich in diesem Italien jetzt schon Töchter aus wohlhabenden Häusern, die noch zur Schule gehen, freiwillig prostituieren, um sich Markensachen und Autos leisten zu können.
abtg.d 21.11.2013
2. Bella Italia gaga
Also einerseits hielt er sie für eine Nichte Mubaraks. Und andererseits meinte er, dem armen Mädchen mit 57000 Euro unter die Arme greifen zu müssen, damit sie ein Geschäft eröffnen konnte. Der muss die Italiener für total bematscht halten, dass er glaubt, ihnen so etwas auftischen zu dürfen. Oder hat er Recht? Sie sie so doof?
bertholdalfredrosswag 21.11.2013
3. Schluss mit Berlusconi
Und trotzdem bewgt sich Berlusconi unverdrossen im Machtpocker eines EU Staates. Das ist ein Skandal und müsste von Brüssel mit Konsequenzen geahndet werden. Hat Italien kein Gesetz das diesem Harlekin das Mitmischen verbietet müsste Die EU müßte über solche verfügen. Das ist ein Affentheater das auf die ganze EU abfärbt. Ab in den Knast wenn er sich den verdient hat und Schluss mit Politik und Taschenspielertricks. Schluss mit Bestechung und Stimmenkauf
venezuela-mike 22.11.2013
4. optional
Also Leute, seid ihr so naiv zu glauben, Berlusconi haette ein Unrechtsgefuehl oder gar Angst vor Strafverfolgung? Er beging doch ein Verbrechen nach dem anderen (s. u.a. Artikel) und hat stets sein Geld und seine Medien eingesetzt, um nicht nur davon zu kommen, sondern auch noch seine Aemter zu behalten. Und er weiss, dass er auf Grund seines Alters niemals ins Gefaengnis muss, hat er doch selbst dieses Gesetz manifestiert. Und wie der Hausarrest in Italien aussieht, sah man ja am Beispiel des Kriegsverbrechers Priebke , der haeufig auf der Strasse oder im Supermarkt gesehen wurde.
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