Partei-Revolte in Australien Rudd löst Erzrivalin Gillard als Premier ab

Der Machtkampf in Australien ist entschieden: Kevin Rudd ist neuer Premierminister. Er hat die Vertrauensfrage gegen seine Kontrahentin Gillard gewonnen. Nun könnten die Wahlen in dem Land vorgezogen werden.

Australischer Politiker Rudd: Neuer, alter Premierminister
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Australischer Politiker Rudd: Neuer, alter Premierminister


Canberra - Australiens regierende Labor-Partei hat nach einer Vertrauensabstimmung einen neuen Regierungschef: Kevin Rudd. Amtsinhaberin Julia Gillard trat nach ihrer Niederlage wie erwartet zurück. Die 51-Jährige hatte das Vertrauensvotum um den Vorsitz ihrer Labor-Partei mit 45 zu 57 Stimmen gegen Rudd, ihren Vorgänger im Amt, verloren. Rudd wurde als neuer Premierminister vereidigt.

In Australien soll am 14. September gewählt werden. Angesichts der Ereignisse könnte die Wahl aber vorgezogen werden. "Ich will eine Regierung anführen, die die Menschen zusammenbringt und das Beste aus jedem herausholt", sagte 55-Jährige Rudd. Er gilt allerdings als autoritärer Parteichef und hatte das Land schon von 2007 bis 2010 als Premier angeführt.

Auch Oppositionsführer Tony Abbott verlangte einen möglichst frühen Wahltermin. "Jetzt hat Rudd seine Revanche gehabt, aber geht es hier um sein Ego oder das australische Volk?" fragte er.

Gillard hatte Rudd selbst vor drei Jahren auf gleiche Weise gestürzt. Sie gewann bei den anschließenden Wahlen gegen die konservative Liberale Partei, bekam jedoch keine Mehrheit im Parlament. Sie konnte nur mit Unterstützung einiger Unabhängiger regieren.

Nach Gillards Rücktritt legten sechs Minister ihr Amt nieder, darunter auch ihr treuester Unterstützer, Finanzminister und Vizepremier Wayne Swan. Gillards Verkehrsminister Anthony Albanese wurde am Donnerstag als stellvertretender Regierungschef vereidigt. Der bisherige Einwanderungsminister Chris Bowen übernahm das Finanzressort.

stb/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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manly-man 27.06.2013
1. Könnte aber auch...
Könnte aber auch spater stattfinden - oder beim bereits festgelegten Termin bleiben (wohl eher nicht...). Oder, oder, oder... http://media.smh.com.au/news/national-times/rudd-keeps-election-date-open-4524563.html Was noch? Ach so, ja: ansonsten heißt der "Regierungschef" auf "Bundes"/(Federal)-Ebene "Prime Minister" und die jeweiligen "Regierungschefs" in den "States" ("Bundesstaaten") "Preimier".
C. V. Neuves 27.06.2013
2.
»Der bisherige Einwanderungsminister Chris Bowen übernahm das Finanzressort.« Bowen war mal einwanderungsminister, zuletzt war er bis Februar, oder so, Minister für Wissenschaft und Universitäten, zuletzt nur noch Hinterbänkler, weil er zum Rudd-Gefolge gehört. Auch sonst ist der Artikel oft ungenau.
butalive76 27.06.2013
3. Schade um Gillard, Rudd ist die absolut falsche Wahl
Schade. Gillard machte nach holprigem Start eine ganz gute Figur, anders als erzkonservative und extrem wirtschaftsliberale Rudd, bei dem man das Gefühl hat, dass er in der falschen Partei sei.
champs-elysees 01.07.2013
4. Ein großer Sieg für Australien
Zitat von butalive76Schade. Gillard machte nach holprigem Start eine ganz gute Figur, anders als erzkonservative und extrem wirtschaftsliberale Rudd, bei dem man das Gefühl hat, dass er in der falschen Partei sei.
Nein, gut daß das vorbei ist. Frau Gillard machte eine Politik gegen die Hälfte der Bevölkerung, gegen alle Männer. Sie können gerne im "Telegraph" (http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/australiaandthepacific/australia/10124530/Australian-men-desert-Julia-Gillard-after-gender-wars.html) nachlesen worum es ging. In Kurzfassung: Die Männer entziehen ihre Unterstützung, da Gillard offenbar jeden Andersdenkenden als Frauenfeind tituliert und einen "gender-war" führt. Das ist übrigens auch für Deutschland relevant: Nach der Einführung der Frauenquote bei der SPD brach die Mitgliederzahl dramatisch ein. Leider haben sich die deutschen SPD-Männer damals nicht gewehrt sondern sind einfach abgehauen. In Australien wird die Männerhasserin nun einfach gefeuert. Schön. Das ist Demokratie.
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