Trumps Anwalt "Wahrheit ist nicht Wahrheit", sagt Rudolph Giuliani

Neue "alternative Fakten"? Befragt, ob er seinem Mandanten Donald Trump zur Aussage vor Sonderermittler Mueller rate, stellte Anwalt Giuliani in einem TV-Interview gleich die Wahrheit an sich infrage.
Rudolph Giuliani (Archivbild)

Rudolph Giuliani (Archivbild)

Foto: Charles Krupa/ AP

In George Orwells dystopischen Romanklassiker "1984" ist ein Ministerium für Wahrheit dafür zuständig, die Vergangenheit stets an die jeweils aktuelle Linie der Partei anzupassen - bis man sogar daran glaubt, dass 2+2 5 ergibt. Donald Trumps Anwalt Rudolph Giuliani ist nun "endgültig wie Orwell", titelt das "New York Magazine"  nach einem denkwürdigen Fernsehauftritt des ehemaligen Bürgermeisters von New York.

"Truth isn't truth" hatte Giuliani im Gespräch mit dem NBC-Moderator Chuck Todd gesagt: "Wahrheit ist nicht Wahrheit." Auch auf Todds verblüffte Nachfrage wiederholte der 74-Jährige den Satz, der an die vielzitierten "alternativen Fakten" der Trump-Beraterin Kellyanne Conway erinnert, dem "Unwort des Jahres 2017".

Rudy Giuliani war im April 2018 zu einem von Donald Trumps persönlichen Anwälten ernannt worden. Im Gespräch mit Todd in der Live-Sendung "Meet The Press" war Giuliani dazu befragt worden, ob er dem US-Präsidenten dazu rate, vor dem Sonderermittler Robert Mueller auszusagen, der eine Verstrickung von Trumps Wahlkampflager in die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 prüft.

Es entspann sich folgender Dialog:

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- Giuliani: "Ich werde mich nicht dazu drängen lassen, ihn zu einer Aussage zu bringen, bloß damit er in eine Meineid-Falle gelockt wird. Und wenn Sie mir sagen, er solle doch aussagen, weil er die Wahrheit sagen wird und sich deswegen keine Sorgen machen solle: Nun, das ist sehr dumm, denn es ist eine Version der Wahrheit, von einer Person. Nicht die Wahrheit."

- Todd: "Aber Wahrheit ist Wahrheit."

- Giuliani: "Nein, es ist nicht die Wahrheit. Wahrheit ist nicht Wahrheit. Der Präsident der Vereinigten Staaten sagt..."

- Todd: "Wahrheit ist nicht Wahrheit? Herr Bürgermeister, ihnen ist doch klar...."

- Giuliani: "Nein, nein"

- Todd: "Das wird ein übles Mem werden."

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Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde dann noch etwas klarer, dass Rudy Giuliani darauf anspielte, dass bei solchen Verfahren oft Aussage gegen Aussage stehe: "Donald Trump sagt, ich habe nicht über (Ex-Sicherheitsberater Michael) Flynn mit (ex-FBI-Chef James) Comey gesprochen. Und Comey sagt: Das haben Sie". Wem werde der enge Comey-Freund Mueller dann wohl glauben, fragte Giuliani rhetorisch.

Wahr ist jedenfalls, was NBC-Moderator Chuck Todd sagte: "Truth isn't truth" entwickelte sich direkt nach Ausstrahlung des Gesprächs zu einem stehenden Begriff in den sozialen Netzwerken - mit den entsprechenden Reaktionen.

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Ein schneller Twitter-Nutzer namens Kev hatte sogar schon bald eine Variante des berühmten "Make America Great Again"-Wahlkampfkäppis parat:

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"Macht Orwell wieder zu einer Fiktion."

feb/AP
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