Rückblick Der Verlauf des Golfkriegs 1991


Hamburg - Innerhalb weniger Wochen vertrieb Anfang 1991 eine alliierte Streitmacht unter US-Führung und im Auftrag der Vereinten Nationen den Irak aus dem besetzten Kuwait. Der irakische Diktator Saddam Hussein hatte Anfang August 1990 das Öl-Emirat am Persischen Golf nach langen Auseinandersetzungen über von ihm beanspruchte Ölfelder überfallen und annektiert.

Nachdem alle diplomatischen Bemühungen um einen Rückzug Saddams aus Kuwait gescheitert waren, begann am 17. Januar 1991 nach Ablauf eines letzten Uno-Ultimatums die "Operation Wüstensturm". Saddam verlor den von ihm zur "Mutter aller Schlachten" erklärten Krieg nach nur sechs Wochen, blieb jedoch an der Macht. Der erste vom Fernsehen teilweise live übertragene Krieg der Geschichte kostete Zehntausende von Menschenleben, vor allem auf irakischer Seite, gewaltige Zerstörungen im Irak sowie verheerende Umweltschäden in Kuwait. Die Alliierten verloren 343 Soldaten.

"Operation Wüstensturm"

Für die "Operation Wüstensturm", an der sich unter dem Befehl des US-Generals Norman Schwarzkopf auch Briten, Franzosen und mehr als 20 andere Länder aktiv beteiligten, hatte die anti-irakische Front etwa 680.000 Soldaten aufgeboten. Ihnen standen eine halbe Million Iraker gegenüber. US-Generalstabschef war unter dem damaligen Präsidenten George Bush der heutige Außenminister Colin Powell.

Der sechswöchige Krieg verlief in zwei Phasen: Am 17. Januar begannen die Alliierten mit schweren Luftangriffen; kriegsentscheidend war jedoch die Bodenoffensive ab dem 24. Februar. Vier Tage später beugte sich der Irak allen Forderungen der Uno.

Bereits in den ersten 14 Stunden des Luftkriegs flogen die Alliierten mehr als 13.000 von insgesamt 100.000 Einsätzen und legten dabei Militär- und Industrieanlagen des Iraks in Schutt und Asche. Schwere zivile Schäden gab es auch in Bagdad und Basra. Unterstützt wurde die Offensive von US-Kriegsschiffen, die vom Persischen Golf aus Marschflugkörper abfeuerten.

"Scud"-Angriffe auf Israel

Die Antwort des Irak waren "Scud"- Raketenangriffe auf israelische Städte, die jedoch nur geringe Schäden anrichteten und nicht - wie befürchtet - mit Giftgasköpfen bestückt waren. Saddams Plan, Israel in den Krieg hineinzuziehen und so die Koalition zu spalten, misslang.

Die Bodenoffensive vom 24. Februar wurde mit schwerem Geschützfeuer auf irakische Stellungen vorbereitet. Die Truppen Bagdads leisteten kaum Widerstand und flüchteten am 26. Februar. Sie hinterließen mehr als 700 brennende Ölquellen. Gleichzeitig rückten 100.000 Mann der anti-irakischen Koalition, unterstützt von Fallschirmjägern, in den Süden des Irak vor, wo sie große Teile der gegnerischen Armee einkesselten und gefangennahmen. Am 28. Februar ruhten die Waffen.



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