Rüstung Nordkorea gibt Besitz von Atomwaffen zu

Was Geheimdienste seit langem ahnten, räumte jetzt das Regime in Pjöngjang selbst ein: Nordkorea habe Atomwaffen entwickelt. Das Außenministerium in Pjöngjang erklärte, sie dienten zur Selbstverteidigung. Der kommunistische Staat wolle sich vor den USA schützen.


Kim Jong Il: Atomwaffen zur Selbstverteidigung
AP

Kim Jong Il: Atomwaffen zur Selbstverteidigung

Seoul - Nordkorea habe Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Den USA warf Pjöngjang "eine unverhohlene Politik zur Isolierung und Erstickung" Nordkoreas vor.

Das Außenministerium kündigte gleichzeitig die Teilnahme an den sogenannten Sechs-Parteien-Gesprächen mit den USA, China, Russland, Südkorea und Japan auf. Diese derzeit ohnedies suspendierten Verhandlungen zielten darauf ab, Nordkorea zur Einstellung seines Atomwaffenprogramms zu bewegen. In der Erklärung wurde eine Teilnahme an den Gesprächen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Nordkorea werde jedoch erst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn positive Ergebnisse zu erwarten seien.

Den USA warf das Regime in Nordkorea vor, durch eine "feindselige Politik" eine ernste Situation herbeigeführt zu haben. In Anspielung an eine Rede der neuen US-Außenministerin Condoleezza Rice hieß es, die Regierung von US-Präsident George W. Bush habe Nordkorea als "Vorposten der Tyrannei" bezeichnet.

Bereits im Oktober 2003 hatte KCNA gemeldet, Nordkorea stehe kurz vor dem Bau einer Atombombe. Alle damit verbundenen technischen Probleme seien gelöst, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur damals. Seither hatte es jedoch wieder Zeichen für eine Entspannung im Verhältnis zu den USA gegeben; erst im Januar hatte Nordkorea sich nach einem Besuch von Abgeordneten des US-Kongresses zur Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche bereit erklärt.



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