Rüstung USA entsetzt über Waffendeal zwischen Iran und Irak

Die einstigen Kriegsgegner könnten schon bald untereinander mit Waffen handeln: Zwischen Iran und dem Irak bahnt sich ein Rüstungsgeschäft an. Die USA sind alarmiert - und sehen Uno-Resolutionen verletzt.

Soldaten der irakischen Armee: Schon bald mit Munition aus Iran?
AP/dpa

Soldaten der irakischen Armee: Schon bald mit Munition aus Iran?


Teheran/Bagdad - Der Irak verhandelt mit Iran über Waffenlieferungen - und bringt damit die US-Regierung gegen sich auf. Der Vorsitzende des Verteidigungskomitees des irakischen Parlaments, Hassan al-Sunaid, betonte zwar im Gespräch mit der irakischen Tageszeitung "al-Mada", die Gespräche liefen derzeit noch in Teheran und seien keineswegs abgeschlossen. Doch in Washington schrillen bereits die Alarmglocken.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte: "Wir haben unsere Besorgnis gegenüber der irakischen Regierung auf höchster Ebene geäußert und wiederholt, dass jede Waffenlieferung aus Iran eine klare Verletzung von Resolutionen des Uno-Sicherheitsrates wäre." Gegen Iran gibt es internationale Sanktionen als Reaktion auf das umstrittene Atomprogramm des Landes.

Sunaid, der als Vertrauter des Regierungschefs Nuri al-Maliki gilt, spielt den Streit herunter. Er erklärte: "Die Beziehungen zwischen dem Irak und den USA werden durch ein langfristiges, strategisches Abkommen geregelt, das wesentlich bedeutender ist. Sie können durch einen so unbedeutenden Vertrag deshalb nicht beeinträchtigt werden."

Bei dem Geschäft soll es laut der Nachrichtenagentur Reuters um Waffen und Munition im Wert von 195 Millionen Dollar gehen. Die Rüstungsgüter sollen demnach von Iran an den Irak verkauft werden.

Als Druckmittel haben die USA nun offenbar ihrerseits ein Rüstungsgeschäft auf Eis gelegt. Eigentlich sollte der Irak in Kürze 24 Kampfhubschrauber aus den USA erhalten. Bis die offenen Fragen rund um das Irak-Iran-Abkommen geklärt sind, ist die Lieferung jedoch gestoppt.

jok/dpa



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