Ruf nach Militärintervention Demonstranten besetzen brasilianisches Parlament

Eine Gruppe von etwa 40 Aktivisten hat das brasilianische Parlament gestürmt und gefordert, das Militär solle sich in die Politik des Landes einschalten. Die Parlamentspolizei setzte Elektroschocker ein.

AFP

Mehrere Dutzend Demonstranten sind in Brasiliens Abgeordnetenkammer eingedrungen und haben dort drei Stunden lang den Plenarsaal besetzt. Es handelte sich brasilianischen Medien zufolge um rund 40 Menschen, die für ein Eingreifen des Militärs in die Politik ihres Landes demonstrierten.

Die Demonstranten schlugen am Mittwochnachmittag eine Glastür zum Gebäude in der Hauptstadt Brasilia ein und nahmen das Podium ein, als gerade eine Sitzung mit weniger als zehn Abgeordneten stattfand. Es kam den Angaben zufolge zu Auseinandersetzungen mit der Parlamentspolizei, die Elektroschocker einsetzten.

Die genauen Hintergründe sind unklar. Die Demonstranten sprachen sich sowohl gegen die angeblich "kommunistische" Regierung des konservativen Amtsinhabers Michel Temer, als auch gegen die sozialistischen Ex-Präsidenten Dilma Rousseff und Lula da Silva aus.

Sie forderten laut der Zeitung "Folha de São Paulo" die Anwesenheit des brasilianischen Präsidenten und eines Generals. Polizisten nahmen die Eindringlinge nach und nach fest, wobei sie außerhalb des Gebäudes Pfefferspray einsetzten. Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Rodrigo Maia, sprach von "verantwortungslosen Aufrührern".

cht/kgp/dpa



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