Rumsfeld lädt ein "Deutsche Soldaten in den Irak"

Verzweifeln die USA auf der Suche nach Helfern für den Wiederaufbau im Irak, oder handelt es sich gar um ein Versöhnungsangebot à la Rumsfeld? Der amerikanische Verteidigungsminister hat seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, auch Deutschland und Frankreich würden Truppen in den Irak entsenden.

Washington - Die Beteiligung deutscher und französischer Truppen wäre nach Ansicht des US-Verteidigungsministers ein Beitrag für die Stabilisierung des Iraks. "Unser Ziel ist es, eine große Zahl internationaler Kräfte aus vielen Ländern zu bekommen, unter Einschluss dieser beiden", sagte Donald Rumsfeld in einer Anhörung zur Lage im Irak vor dem Streitkräfte-Ausschuss des Senats in Washington.

Aus Paris und Berlin hieß es jedoch übereinstimmend, eine militärische Mitwirkung könne nur im Rahmen einer Uno-Friedenstruppe in Erwägung gezogen werden. Der französische Außenminister Dominique de Villepin sagte der Zeitung "Le Figaro", ein präziser Auftrag des Uno-Sicherheitsrates und damit die Unterstützung der gesamten internationalen Gemeinschaft seien dafür notwendig.

Zuvor hatte bereits das Bundesverteidigungsministerium in Berlin den US-Vorstoß mit ähnlicher Begründung abgelehnt. Voraussetzung, um über eine deutsche Beteiligung im Irak nachzudenken, wäre ein klares Uno-Mandat, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Diese Bedingung habe Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bisher immer genannt. "Solange die Stabilisierung im Irak nicht mit einem UN-Mandat versehen ist, gibt es keine Grundlage, uns mit Bundeswehr-Truppen daran zu beteiligen", sagte der Sprecher.

Rumsfeld würde es auch begrüßen, wenn die NATO als Organisation Truppen stellen würde. "Ich habe kein Problem mit einer Einbeziehung der NATO", erklärte er. «In der Tat glaube ich, dass das eine gute Sache wäre."

Wie der Minister weiter erläuterte, sind zur Zeit 19 verschiedene Staaten auf irakischem Boden engagiert. 19 weitere Länder hätten Beiträge zugesagt. Mit 11 anderen Ländern liefen Gespräche. Insgesamt hätten die USA Anfragen zur Unterstützung an 70 bis 90 Länder gerichtet.

Um das Thema Irak geht es auch bei der USA-Reise von Bundesaußenminister Joschka Fischer in der kommenden Woche. Nach einem Kurzaufenthalt in New York sind in Washington Gespräche Fischers mit Vizepräsident Richard Cheney, der nationalen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice und Außenminister Colin Powell geplant.

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