Russische Luftwaffe Bomben auf Ziele in Grosny

Erstmals seit dem Ende des Tschetschenien-Krieges hat die russische Luftwaffe Vororte und den Flughafen in der Hauptstadt Grosny angegriffen.

Moskau/Grosny - Wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete, bombardierten zwei Kampfflugzeuge ein Waffenlager und eine Radarstellung, die angeblich von islamistischen Rebellen genutzt wurden. Außerdem seien ein Flugzeug, eine Ölraffinerie, ein Treibstofflager sowie Elektrizitätswerke bei Grosny bombardiert worden, wie es weiter hieß.

Ein Sprecher der russischen Luftwaffe bestätigte Luftangriffe auf Gebiete der abtrünnigen Kaukasusrepublik, nannte aber keine Details. Russland wirft Tschetschenien vor, die Rebellen zu unterstützen, die in den vergangenen Wochen von Tschetschenien aus in die Kaukasusrepublik Dagestan vorgedrungen sein sollen. Die tschetschenische Regierung bestritt dies und warnte, sie werde bei russischen Angriffen auf ihr Gebiet zurückschlagen.

Ebenfalls am Donnerstag griffen islamistische Rebellen nach russischen Militärangaben drei Kontrollposten an der Grenze zwischen Tschetschenien und Dagestan an. Dabei habe es keine Verluste gegeben. Wie es weiter hieß, sollen sich auf der tschetschenischen Seite der Grenze bis zu 1500 Rebellen auf eine neue Offensive vorbereiten. Um das zu verhindern, hat Moskau an der Grenze weitere Truppen zusammengezogen. Wegen dieser Verstärkung und den Luftangriffen auf Rebellenstellungen hätten die Rebellen die Offensive verschoben, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Bei den Kämpfen in Dagestan sind seit Anfang August 281 russische Soldaten und Polizisten getötet worden, auf Seiten der Rebellen kamen bis zu 2000 Kämpfer ums Leben, wie die russische Regierung angab.

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