Hilfsgüter Russischer Konvoi campiert nahe ukrainischer Grenze

Die 287 Lastwagen mit angeblichen Hilfsgütern fahren vorerst nicht weiter. Wie Begleiter des Trosses berichten, hat dieser rund 40 Kilometer vor der Grenze ein Lager aufgeschlagen. Das Militär überwacht die Kolonne offenbar genau.
Hilfsgüter: Russischer Konvoi campiert nahe ukrainischer Grenze

Hilfsgüter: Russischer Konvoi campiert nahe ukrainischer Grenze

Foto: SPIEGEL ONLINE

Moskau/Kiew - Wie geht es weiter mit dem Konvoi aus 287 russischen Lastwagen, die angeblich Hilfsgüter in die Ukraine bringen sollen? Kann der Tross die Grenze überqueren? Wenn ja, wo landen die 2000 Tonnen an Ausrüstung, Wasser und Lebensmitteln am Ende? Die Verwirrung um die russische Lieferung war auch am Donnerstag groß. Vorerst dürfte es für die Fahrzeuge ohnehin nicht weitergehen. Offenbar hat der Konvoi rund 40 Kilometer vor der russisch-ukrainischen Grenze sein Lager aufgeschlagen.

Dies berichten zahlreiche internationale Journalisten, die die Fahrzeuge begleiten. Laut dem britischen "Guardian"  habe die Kolonne gegen 15 Uhr (Ortszeit) die Straße in Richtung der Separatistenhochburg Luhansk (jenseits der Grenze) eingeschlagen. Später hätten die Lastwagen jedoch auf einem Feld an der Straße in der Region Rostow gestoppt.

Noch ist allerdings unklar, ob und wann tatsächlich die Fahrt über die Grenze stattfinden kann. Luhansk selbst ist mittlerweile komplett von der ukrainischen Armee umzingelt. Die Regierungstruppen hätten die letzte Verbindungsstraße zur Grenze unter ihre Kontrolle gebracht, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag.

Die humanitäre Lage in Luhansk ist besonders angespannt, da es seit zwei Wochen keinen Strom und kein Wasser mehr gibt. Auch Lebensmittel und Treibstoff sind knapp.

Für die Fahrer und Begleiter des Konvois seien Zelte und Duschen aufgebaut worden, meldet die Korrespondentin der "Financial Times" per Twitter. Es scheint unklar, ob die Fahrt noch am Donnerstag fortgesetzt werden kann.

Wie schon gestern berichten die zahlreichen internationalen Beobachter immer wieder von Militärfahrzeugen, die die Kolonne begleiten. So seien kurz nach dem Stopp auf dem Feld zwei Armeehubschrauber gelandet. Zudem habe man schweres Gerät, wie etwa Panzer, auf Tiefladern beobachtet.

Rotes Kreuz wehrt sich gegen "Politisierung"

Kiew lehnt eine Einfahrt der Fahrzeuge kategorisch ab. Nur unter Kontrolle des Internationalen Roten Kreuzes und nach Abnahme durch ukrainische Grenzer sei eine Einreise möglich. Die Ukraine fürchtet eine Grenzüberquerung, weil man eine russische Militäraktion unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe befürchtet. Diese Verdächtigung hat Moskau inzwischen als "absurd" zurückgewiesen.

Ein Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes reist nach Kiew und Moskau, um über die Auslieferung der Hilfsgüter zu verhandeln. Dieser wolle die Parteien mahnen, dass "Hilfslieferungen nicht politisiert werden" dürften und auf die "strikt humanitäre Rolle" des Roten Kreuzes hinweisen, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit.

jok/AFP/Reuters/dpa
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