Russland-Affäre Putin bestreitet Wahlkampfhilfe für Trump

Die Präsidenten Russlands und der USA sind sich einig: Es habe keine russische Einmischung in den US-Wahlkampf gegeben. Wladimir Putin sieht dennoch weiter eine tiefe Krise im Verhältnis zu den USA.

Präsidenten Trump, Putin
DPA

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Der russische Präsident Wladimir Putin springt seinem US-Kollegen Donald Trump in der Russland-Affäre um dessen Wahlkampfteam bei. Putin wies am Samstag zum Ende des Apec-Gipfels im vietnamesischen Da Nang Berichte zurück, seine Familienangehörigen hätten Kontakt zur Trump-Regierung. Das sei Unsinn, sagte er.

Die Russland-Affäre überlagert die erste Asienreise des US-Präsidenten, weil Sonderermittler Robert Mueller kürzlich Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort wegen Geldwäsche und Verschwörung angeklagt hat. Hintergrund sind Kontakte zwischen Trump-Beratern und russischen Regierungsvertretern sowie Vorwürfe, Russland habe in den US-Wahlkampf zu Trumps Gunsten eingegriffen.

Manafort soll 60 Millionen US-Dollar aus Russland bekommen haben. Putin sagte, die Ermittlungen gegen Manafort hätten mit Russland nichts zu tun. Eine mutmaßliche Verbindung zwischen Manafort und Russland sei von Gegnern Trumps konstruiert worden, sie sollten als Waffe gegen den US-Präsidenten genutzt werden.

Putin ging in Da Nang auch auf die Russland-Kontakte von US-Handelsminister Wilbur Ross ein. Diese seien rein geschäftlicher Natur gewesen. Ross selbst hatte Kritik an seinem finanziellen Engagement mit Bezug zu Russland zurückgewiesen. Die Tatsache, dass die Reederei Navigator, an der er beteiligt sein soll, Geschäftsbeziehungen zu Russland unterhalte, sei vollkommen sauber.

"Er hat nicht reingepfuscht"

Trump berief sich Reportern gegenüber ausdrücklich auf Putin: "Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er 'Ich habe das nicht gemacht', und ich glaube ihm wirklich, wenn er das sagt, er meint das so", sagte der US-Präsident am Samstag an Bord der Air Force One auf dem Weg nach Hanoi.

"Er sagt, er hat nicht reingepfuscht. Ich habe ihn nochmals gefragt. Da kann man noch so oft fragen", sagte Trump. "Ich glaube, dass er deswegen sehr beleidigt ist, was für unser Land keine gute Sache ist."

Tatsächlich sieht Putin die Beziehungen seines Landes zu den USA in einer tiefen Krise. Russland sei aber bereit, "eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärts zu gehen, in die Zukunft zu schauen", sagte Putin zum Abschluss des Apec-Gipfels in Vietnam vor Journalisten.

Putin sagte, er habe in Da Nang einen normalen Dialog mit dem US-Präsidenten gepflegt. Er beschrieb Trump als zivilisiert, gebildet und angenehm im Umgang. Ein längeres Treffen mit dem US-Präsidenten sei an Terminproblemen beider Seiten und Protokollfragen gescheitert.

Beide Seiten veröffentlichten aber eine gemeinsame Erklärung zu Syrien. Man wolle die Zusammenarbeit im Kampf gegen den IS bis zu einem Sieg über die Islamisten fortsetzen. "Dass es uns unter diesen Umständen gelingt, überhaupt etwas zu vereinbaren, ist gut. Aber es reicht nicht", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge.

Video: Trump und Putin wollen politische Lösung für Syrienkonflikt

REUTERS

hda/dpa/Reuters

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gammoncrack 11.11.2017
1. Was hätte Putin wohl gesagt,
wenn er sich in den Wahlkampf eingemischt hätte? "Joo, habe ich getan. Sorry Mr. Trump." oder "Habe ich gemacht. Weißt Du doch ganz genau, Donald." Schon witzig, derartige Beteuerungen auch nur ansatzweise für wahr zu halten.
Angelheart 11.11.2017
2. Dieser naive Mensch...
...mit dem Sprachvermögen eines Vorschülers denkt wohl wirklich, ein ausgefuchster Geheimdienstler in der Verkleidung eines Staatspräsidenten würde ihm die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagen...und die Erde ist eine Scheibe!
Atheist_Crusader 11.11.2017
3.
Die zwei Personen die von der ganzen Nummer profitiert haben würden und Folgen zu befürchten hätten bestreiten, dass es geschehen ist. Große Überraschung. Dummerweise spricht die Beweislage eine andere Sprache. Denn die Einmischung an sich wurde längst nachgewiesen. Russische Trolle die Hass gesäht haben, Social Media Postings um bestehende Trennungen zu verschärfen, Schmutzkampagnen gegen Hillary. Das ist alles bekannt. Nur der Maßstab an sich ist noch nicht ausgelotet, inklusive der Frage ob Trump persönlich davon gewusst hat. Wenn Russland einfach zu seinen Gunsten eingegriffen hätte ohne das mit ihm abzusprechen, dann könnte man Trump daraus keinen Vorwurf machen. Sollte er allerdings tatsächlich unschuldig sein, hat er einen super Job darin gemacht, schuldig auszusehen. Das G20-Treffen mit Putin bei dem nichtmal sein eigener Übersetzer dabei war, das Treffen von Don jr. mit der russischen Anwältin bei der er seine Version der Geschichte ein dutzendmal korrigieren musste, zahllose Verbindungen seines Wahlkampfteams und Kabinetts nach Russland und ebenso zahllose aufgedeckte Lügen dahingehend... Wie gesagt: Alles noch keine Beweise (die werden wohl in den nächsten Monaten kommen), aber selbst wenn alles vonseiten Trumps legal war, war es zumindest hochgradig fragwürdig.
tadano 11.11.2017
4. Toll
Man befragt 2 Verdächtige unabhängig voneinander ob sie eine Tat gemeinsam begangen haben und beide leugnen die Tat. Dann sind bestimmt beide unschuldig. Wer's glaubt wird selig und wer in den Mehlsack fällt wird mehlig.
geotie 11.11.2017
5.
Zitat von Atheist_CrusaderDie zwei Personen die von der ganzen Nummer profitiert haben würden und Folgen zu befürchten hätten bestreiten, dass es geschehen ist. Große Überraschung. Dummerweise spricht die Beweislage eine andere Sprache. Denn die Einmischung an sich wurde längst nachgewiesen. Russische Trolle die Hass gesäht haben, Social Media Postings um bestehende Trennungen zu verschärfen, Schmutzkampagnen gegen Hillary. Das ist alles bekannt. Nur der Maßstab an sich ist noch nicht ausgelotet, inklusive der Frage ob Trump persönlich davon gewusst hat. Wenn Russland einfach zu seinen Gunsten eingegriffen hätte ohne das mit ihm abzusprechen, dann könnte man Trump daraus keinen Vorwurf machen. Sollte er allerdings tatsächlich unschuldig sein, hat er einen super Job darin gemacht, schuldig auszusehen. Das G20-Treffen mit Putin bei dem nichtmal sein eigener Übersetzer dabei war, das Treffen von Don jr. mit der russischen Anwältin bei der er seine Version der Geschichte ein dutzendmal korrigieren musste, zahllose Verbindungen seines Wahlkampfteams und Kabinetts nach Russland und ebenso zahllose aufgedeckte Lügen dahingehend... Wie gesagt: Alles noch keine Beweise (die werden wohl in den nächsten Monaten kommen), aber selbst wenn alles vonseiten Trumps legal war, war es zumindest hochgradig fragwürdig.
Ich kann mir schon vorstellen dass Trump nicht vorher gefragt wurde. Warum auch? Die Hälfte (die Mehrheit wohlgemerkt!) der US-Wähler haben sehr wohl erkannt was für ein Hinterwäldler er ist und die andere Hälfte hat es mit Hilfe des System der Wählmänner ihn auf den Posten gehievt. Das viele Menschen sich nicht um die Inhalte der Politiker kümmern, sondern nach dem Aussehen, der Kleidung, dem Showeffekt, dem Geldbeutel etc. ist nun Mal ein Manko. Diese Leute erkennen nicht, dass sie eine Persson gewählt haben die einen Atomkrieg androhen, die Geld für unsinnige Dinge verbrauchen, die sich auf Staatskosten bereichert. Alles, was dem Vorgänger angekreidet wurde, wird jetzt auch getan, nur schlimmer!
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