Russlandaffäre Justizministerium will Mueller-Bericht fast vollständig veröffentlichen

Bisher hat das US-Justizministerium nur eine Zusammenfassung des Berichts zur Russlandaffäre veröffentlicht. Mitte April soll nun die gesamte Recherche zugänglich sein - allerdings mit Schwärzungen.
Sonderermittler Robert Mueller (Archiv)

Sonderermittler Robert Mueller (Archiv)

Foto: Charles Dharapak / DPA

US-Justizminister William Barr will bis Mitte April eine überarbeitete Fassung des Russland-Berichts von Sonderermittler Robert Mueller veröffentlichen. Derzeit redigiere er sensibles Material aus dem knapp 400 Seiten umfassenden Dokument, schrieb Barr in einem Brief an die Vorsitzenden der Justizausschüsse im Senat und im Repräsentantenhaus. Solche Passagen sollen nicht freigegeben werden. Er gehe davon aus, dass der Bericht "bis Mitte April, wenn nicht früher" veröffentlicht werden könne, schrieb Barr.

Barr legte dem Kongress bislang nur eine vierseitige Zusammenfassung vor. Demnach sieht es Mueller zwar als erwiesen an, dass Russland versuchte, die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen. Hinweise auf eine tatsächliche Zusammenarbeit mit Trump oder auf konkrete Geheimabsprachen fand er laut der Zusammenfassung aber nicht.

Der Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Jerry Nadler, forderte, es müsse eine unbearbeitete Fassung des Berichts vorgelegt werden - und zwar bereits bis zum Dienstag (2. April).

Trump hatte die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse als Entlastung in der Russlandaffäre gewertet. Er nutzte den Bericht bereits, um bei einem Wahlkampfauftritt gegen seine politischen Gegner und Kritiker Stimmung zu machen. Die Demokraten im Kongress hatten Einblick in den Gesamtbericht gefordert.

Mueller hatte seine Ermittlungen zur mutmaßlichen Einflussnahme Russlands auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 nach fast zwei Jahren abgeschlossen. Die Ermittlungen hatten zu mehr als 30 Anklagen geführt, darunter sechs Menschen aus Trumps Umfeld. Barr konnte dem Bericht jedoch nicht entnehmen, dass es geheime Absprachen zwischen Trumps Kampagnenteam und Russland gegeben hätte.

kry/Reuters