Russland Festnahme im Todesfall der LGBT-Aktivistin Grigoryewa aus St. Petersburg

Nach dem Tod von Jelena Grigoryewa hat die russische Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Die Tat habe "im Rahmen eines persönlichen Konflikts" stattgefunden.

Demonstranten halten Plakate von Jelena Grigoryewa hoch. Die Aktivistin hatte sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender eingesetzt
Igor Russak/REUTERS

Demonstranten halten Plakate von Jelena Grigoryewa hoch. Die Aktivistin hatte sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender eingesetzt


Wenige Tage nach dem Tod von Jelena Grigoryewa in St. Petersburg hat die Polizei die Festnahme eines Verdächtigen bekannt gegeben. Die Polizei stuft das Verbrechen als Folge eines "persönlichen Konflikts" ein. Grigoryewa hatte sich für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender in Russland eingesetzt und nach Angaben aus ihrem Umfeld deswegen Drohungen erhalten.

Ein 1981 geborener Mann aus der früheren Sowjetrepublik Kirgistan sei festgenommen worden, teilte das russische Ermittlungskomitee mit. Der Mann sei bereits vorbestraft. Die Ermittler hätten außerdem Beweise, "dass der Mord im Rahmen eines persönlichen Konflikts stattfand". Der Verdächtige habe "im betrunkenen Zustand" Grigoryewa acht Mal mit einem Messer in Gesicht und Rücken verletzt. Überdies betonten die Ermittler, dass Grigoryewa "ein asoziales Leben" geführt und "oft Alkohol getrunken" habe, unter anderem mit ihrem mutmaßlichen Mörder.

Grigoryewa nahm regelmäßig an Demonstrationen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender teil. Zudem beteiligte sie sich an Protesten für politische Gefangene und gegen die russische Annexion der Krim. Die St. Petersburger LGBT-Organistion Wichod äußerte Zweifel an den Ermittlungsergebnissen und forderte die Veröffentlichung der angeblichen Beweise, dass es wirklich keine anderen Motive für die Tat gegeben habe.

Bis 1993 war Homosexualität in Russland verboten, bis 1999 stand gleichgeschlechtliche Liebe auf der Liste der Geisteskrankheiten. Anfeindungen und Angriffe auf Homosexuelle gibt es regelmäßig.

höh/AFP



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