Russland Greenpeace-Mitarbeiter brutal zusammengeschlagen

Bewaffnete Unbekannte haben ein Camp von Greenpeace-Aktivisten im Süden Russlands überfallen - und mehrere Umweltschützer schwer verletzt. Im Verdacht steht eine nationalistische Kosaken-Miliz.


Eine Gruppe von Greenpeace-Freiwilligen ist in einem Camp im Süden Russlands brutal zusammengeschlagen worden. Bei einem Einsatz zur Waldbrandbekämpfung seien sie in der Nacht zu Freitag von acht maskierten Männern angegriffen worden, teilte die Umweltorganisation in Russland mit. Mehrere Freiwillige seien schwer verletzt worden und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

"Die Angreifer sind über den Zaun geklettert. Sie hatten Schlagstöcke, Messer und Waffen dabei", sagte der Leiter des Feuerwehrprojekts, Grigorij Kuksin. Die Gruppe hilft seit Anfang der Woche lokalen Feuerwehren und Umweltschützern bei der Bekämpfung der im Süden Russlands wütenden Waldbrände.

Nach Angaben von Greenpeace schlitzten die Angreifer mehrere Zelte auf und beschädigten Fahrzeuge. Dabei riefen sie Augenzeugen zufolge "Geht zurück nach Amerika".

Zur Identität der Angreifer gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Bereits am Donnerstag hatte allerdings eine Gruppe der nationalistischen Kosaken-Miliz das Greenpeace-Camp umstellt und die Freiwilligen daran gehindert, das Gelände zu verlassen. Die Miliz wirft Greenpeace und anderen westlichen Organisationen vor, in Russland zu spionieren.

In der Vergangenheit hatte Greenpeace immer wieder Repressalien in Russland beklagt. 2013 wurde die Crew des Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise" wegen einer Protestaktion in der Barentssee festgenommen. Die Aktivisten saßen wochenlang in russischer Haft, später wurden die Verfahren gegen sie eingestellt.

brk/AP



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