Syrien Russland setzt erstmals U-Boot im Kampf gegen IS ein

Russland hat sein U-Boot "Rostow am Don" ins östliche Mittelmeer verlegt - und nach Angaben des Verteidigungsministers nun erstmals von dort aus Marschflugkörper Richtung Syrien abgefeuert. Getroffen wurden demnach Ziele in der IS-Hochburg Rakka.

AFP/RUSSIAN DEFENCE MINISTRY

Russland hat nach eigenen Angaben erstmals mit einem U-Boot in die Kämpfe in Syrien eingegriffen. Die Besatzung der "Rostow am Don" habe mehrere Marschflugkörper des Typs Kalibr gegen Ziele der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) eingesetzt, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Das U-Boot kreuzt im Mittelmeer vor der syrische Küste. Ziel der Angriffe waren laut Schoigu zwei größere Stellungen in der IS-Hochburg Rakka. Es seien Waffenlager, eine Fabrik zur Herstellung von Minen und Öl-Infrastruktur zerstört worden. Israel und die USA waren Schoigus Angaben zufolge über die Einsatzpläne informiert.

Bei der "Rostow am Don" handelt es sich um ein dieselelektrisches Jagd-U-Boot vom Typ Projekt 636-Warschawjanka. Die offizielle Nato-Bezeichnung lautet "Improved Kilo". Es wurde vor etwa einem Jahr in Dienst gestellt.

600 Ziele in drei Tagen

Erst kurz vor den Berichten über den Einsatz des U-Bootes hatte Russland gemeldet, Kampf- und Transporthubschrauber in Armenien stationiert zu haben. Damit werde eine Militärbasis nahe der Hauptstadt Eriwan verstärkt, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Russland fliegt seit Ende September Luftangriffe in Syrien. Allein in den vergangenen drei Tagen sollen dabei laut Schoigu mehr als 600 Ziele ins Visier genommen worden sein. Offiziell richten sich die Attacken gegen den IS. Der Westen wirft Moskau jedoch vor, vorrangig gemäßigte Rebellen und Gegner von Machthaber Baschar al-Assad anzugreifen. Er ist ein Verbündeter Russlands.

aar/dpa/Reuters



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