Berlin in Reichweite Russland lässt "Iskander"-Raketen in Kaliningrad auffahren

Die atomar bestückbaren Raketen haben eine Reichweite von 500 Kilometern: Das russische Militär hat mehrere "Iskander-M"-Waffensysteme in die Exklave Kaliningrad gebracht.
"Iskander"-Raketensystem (Archiv)

"Iskander"-Raketensystem (Archiv)

Foto: ALEXANDER NEMENOV/ AFP

Bei einer nächtlichen Probe für die Militärparade am 9. Mai kamen sie zum Vorschein: Das russische Militär hat nach langem Versteckspiel "Iskander"-Kurzstreckenraketen in der Exklave Kaliningrad präsentiert. Die atomar bestückbaren "Iskander-M"-Raketen mit 500 Kilometer Reichweite können Warschau, Berlin oder Kopenhagen erreichen.

Die russischen Streitkräfte wollen die Raketen an der westlichen Ostsee offenbar dauerhaft stationieren. Das berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf einen Militärsprecher. Bilder von den auf schweren Lastwagen montierten Raketen in Kaliningrad veröffentlichte die Armee auf ihrem Twitter-Account:

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"Die Bürger der Exklave sollen sehen und verstehen, dass die modernsten Waffentypen der russischen Armee zum Schutz der Region aufgestellt sind", sagte ein Militärsprecher der Agentur Interfax. "Iskander"-Raketen waren auch früher in Kaliningrad gesichtet worden, waren aber nicht dauerhaft dort aufgestellt gewesen.

Stationierung erwartet

Eine Stationierung des Waffensystems in Kaliningrad - dem westlichen Vorposten Russlands - war als Moskauer Reaktion auf die Verlegung von vier Nato-Bataillonen in die baltischen Staaten und nach Polen 2017 erwartet worden.

Die Waffen seien Anfang des Jahres in dem Ort Tschernjachowsk (früher Insterburg) stationiert worden, sagte der Militärsprecher nun Interfax. Dies deckt sich mit Angaben des litauischen Militärs von Anfang Februar, die den Transport entdeckt hatten.

Die Boden-Boden-Rakete (Nato-Code: SS-26 Stone) werde auf dem engen Kaliningrader Gebiet nicht übungshalber abgefeuert werden, "um unsere Nachbarn in Polen und Litauen nicht in Schockstarre zu versetzen", hieß es nun aus Russland.

Erst kürzlich hatte Russland mit der "Kinschal" eine Weiterentwicklung der Iskander-Raketen präsentiert - und erfolgreich getestet. Anders als die Iskander kann die von der Luft aus abgefeuert werden und weiter fliegen.

MiG-31 Kampfflugzeug mit "Kinschal"-Rakete

MiG-31 Kampfflugzeug mit "Kinschal"-Rakete

Foto: RU-RTR Russian Television/AP/dpa

Die "Kinschal" ist ein Teil eines umfassenden atomaren Aufrüstungsprojekts Russlands. Präsident Wladimir Putin hatte dies bei seiner Rede an die Nation Anfang März präsentiert. US-Präsident Donald Trump und Kanzlerin Angela Merkel äußerten sich besorgt über die Ankündigungen.

apr/dpa