Beziehungen zu Russland Moskau verweigert deutschem Militärattaché Visum

Deutschland hatte die Einreise eines Militärs für die russische Botschaft in Berlin abgelehnt. Jetzt gibt es nach Informationen des SPIEGEL eine Retourkutsche aus Moskau.

Das russische Außenministerium hat dem deutschen Brigadegeneral Gert Gawellek, der in der Moskauer Botschaft seinen Dienst als Militärattaché antreten sollte, überraschend ein Visum verweigert – ohne Begründung. Der Fall wird nach Informationen des SPIEGEL in deutschen diplomatischen Kreisen als "Vergeltungsmaßnahme" betrachtet. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Erst kürzlich hatte die Bundesrepublik umgekehrt die Einreise eines russischen Militärs für die Moskauer Vertretung in Berlin abgelehnt. Bei der routinemäßigen Überprüfung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln waren Sicherheitsbeamte auf Hinweise für einen "nicht akzeptablen" Lebenslauf gestoßen. In der Vergangenheit arbeiteten einige russische Militärattachés für einen der zahlreichen Geheimdienste des Landes.

Das durch die Ukrainekrise schwer belastete Verhältnis zu Russland erleidet durch diese Zurückweisung einen weiteren Rückschlag. Gawellek ist der erste ostdeutsche General der Bundeswehr und spricht fließend Russisch. Gawellek absolvierte den Generalstabslehrgang in der Bundesrepublik Deutschland und zuvor, in der Sowjetunion, die Militärakademie in Moskau.