Internationales Schiedsgericht Russland muss Schadensersatz nach Greenpeace-Affäre zahlen

Wochenlang saßen Greenpeace-Aktivisten nach einer Protestaktion in Haft. Russische Einheiten hatten ihr unter niederländischer Flagge fahrendes Schiff geentert. Nun steht fest: Moskau hat damit internationales Recht gebrochen.
Greenpeace-Schiff "Artic Sunrise": Festnahmen nach Protestaktion in der Arktis

Greenpeace-Schiff "Artic Sunrise": Festnahmen nach Protestaktion in der Arktis

Foto: AFP/ Greenpeace/ Denis Sinyakov

Russland muss für das Entern des niederländischen Greenpeace-Schiffes "Arctic Sunrise" bezahlen. Das hat das internationale Schiedsgericht entschieden. Die Russen hätten internationales Recht verletzt, indem sie das Schiff aufgebracht und die Besatzung festgenommen hatten, heißt es in dem in Den Haag veröffentlichten Urteil. 

Die Höhe des Schadensersatzes muss noch bestimmt werden. Die Niederlande hatten im Namen von Greenpeace mehr als sieben Millionen Euro gefordert. Moskau hatte das Schiedsverfahren jedoch bereits zuvor abgelehnt.

Die Umweltorganisation begrüßte die Entscheidung. "Wir wussten, dass das Entern unrechtmäßig war, aber dies ist erneut eine Bestätigung", sagte die Greenpeace-Aktivistin Faiza Oulahsen am Dienstag.

Im September 2013 hatten Greenpeace-Aktivisten gegen die Ölbohrungen des russischen Energiekonzerns Gazprom in der Barentssee protestiert. Die russische Marine enterte das Schiff, die Besatzung wurde festgenommen und wegen Piraterie angeklagt. Später wurde dies in den Vorwurf des Rowdytums abgeschwächt. Ihnen drohten lange Haftstrafen.

Nach ihren Festnahmen saßen die Aktivisten wochenlang in Haft, bis sie im November auf Kaution freikamen. Sie durften jedoch so lange das Land nicht verlassen, bis sie dann begnadigt wurden.

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Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise": Crew darf nach Hause

Foto: AFP/ Greenpeace/ Denis Sinyakov
heb/dpa/Reuters
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