Pressefreiheit Reporter wirft russischer Polizei Misshandlungen vor

Iwan Golunow hatte über die Reichtümer von Moskaus Vizebürgermeister geschrieben, nun wurde der Reporter festgenommen. Im Gewahrsam kam es offenbar zu Übergriffen: Der Journalist musste ins Krankenhaus.

Der russische Reporter Iwan Golunow auf einer Moskauer Polizeistation
Dmitry Dzhulay/AP/DPA

Der russische Reporter Iwan Golunow auf einer Moskauer Polizeistation


Russlands Medienszene ist in Aufruhr, seit Polizisten den Reporter Iwan Golunow festgenommen haben. Kollegen des Journalisten demonstrierten in der russischen Hauptstadt Moskau für seine Freilassung, in zahlreichen Städten kam es zu Solidaritätsaktionen.

Golunow hatte vor allem als Investigativreporter über Korruption berichtet. Zuletzt schrieb er etwa über die Familie von Moskaus Vizebürgermeister und ihr drastisch anwachsendes Vermögen.

Offiziell beschuldigt wird Golunow von den Behörden allerdings des Drogenhandels. Dies teilte sein Anwalt über den Onlinedienst Telegram mit. Demnach wird Golunow das Handeln mit einer "großen Menge" illegaler Drogen wie Kokain und Mephedron vorgeworfen. Golunow und seine Redaktion weisen die Vorwürfe zurück. Sie warfen den Behörden vor, Golunow für seine Recherchen bestrafen zu wollen. Der Reporter sollte im Laufe des Samstags einem Haftrichter vorgeführt werden.

Er schrieb für ein Millionenpublikum

Golunow wurde unterdessen allerdings in ein Krankenhaus eingeliefert. Er sei nach einer Durchsuchung von einem Polizisten zunächst auf den Kopf geschlagen worden, sagte der Reporter dem Moskauer Portal "TV Rain". Nachdem er die Anwesenheit seines Anwalts verlangt habe, "hat ein Beamter die Fassung verloren und zweimal auf die Schläfe geschlagen". Golunow war zuletzt vor allem für "Meduza" tätig, ein Internetportal, das aus dem lettischen Riga operiert, aber in Russland ein zweistelliges Millionenpublikum erreicht.

Amnesty International bezeichnete die gegen Golunow erhobenen Anschuldigungen als "zweifelhaft", die einem "leider altbekannten Muster" folgten. Russland liegt in der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 149. Damit rangiert das Land noch hinter Mexiko, Simbabwe und Algerien.

beb/afp



insgesamt 21 Beiträge
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rant.biden 08.06.2019
1. Widerstand in Russland?
Sorry, aber es fällt schwer, das zu glauben. Die "Medienszene" ist in Aufruhr? In einem gleichgeschalteten, sich immer stärker nordkoreanisierenden Regime? In "zahlreichen" Städten sei es zu Solidaritätsaktionen gekommen - in einem Regime, in dem du um deine körperliche Unversehrtheit, ja um dein Leben bangst, wenn du dich als Regimegegner outest?
Newspeak 08.06.2019
2. ....
Was erwartet man von Polizisten? Noch in JEDER Diktatur wenden sich diese gegen den Bürger. IMMER. Da gibt es nur Gehorsam, aber keinen Anstand. Wenn ein Polizist den Freibrief für Gewaltanwendung bekommt, schlägt er zu. Und wenn er es nicht selber macht, deckt er seine Kollegen.
TomTheViking 08.06.2019
3. Es gibt einen Haufen von Leuten dessen Beruf es ist mit Provokationen
und Lügen Russland zu schaden. Bezahlt zum Beispiel auch von der SPD "Friedrich Ebert Stiftung" die 2015 dafür 4 Millionen EUR locker machte (da hatte ich eine Zahl von einer genau dafür verantwortlichen Frau welche in Dallgow Döberitz bei Berlin wohnt) dieses Geld war aber für Stimmungsmache in der Ukraine, Weißrussland und Russland zusammen gedacht. Von den Pussy Riots über den obersten Krimtataren Mustafa Dschemilew über vom Westen protegierte Scheinoppositionelle (beide werden zum grössten Teil aus den USA bezahlt) wie Nemzow fasst man Kriminelle in Russland halt nicht sehr sanft an. Der Oligarch und Auftragsmörder Chordorkowski wurde von der Berliner Regierungstruppe sogar zum Freiheitshelden hochstilisiert. Das obwohl der EU Gerichtshof die Schuldfrage (Steuerhinterziehung) nicht anzweifelte und auch die Höhe der Bestrafung nicht es wurde nur die Behandlung und Unterbringung kritisiert, nun ja ein russisches Gefängniss ist mit dem Kindergarten für Erwachsene (offene JVA) vor meiner Haustür nicht zu vergleichen. Ebenso die Frau Timoschenko aus der Ukraine, welche nachweislich etwa 4 Milliarden US Dollar unterschlagen hat womit die russischen Gasrechnungen zu bezahlen waren. Hat dan die EZB und Weltbank ausgeglichen, sonst wäre schon Ruhe im Schiff was die Ukraine betrifft.
geotie1 08.06.2019
4.
Zitat von NewspeakWas erwartet man von Polizisten? Noch in JEDER Diktatur wenden sich diese gegen den Bürger. IMMER. Da gibt es nur Gehorsam, aber keinen Anstand. Wenn ein Polizist den Freibrief für Gewaltanwendung bekommt, schlägt er zu. Und wenn er es nicht selber macht, deckt er seine Kollegen.
So wie in Wien es mit einem Demonstranten der Kopf unter einen Transporter gehalten wurde, der anfuhr. Erst im letzten Moment wurde der Demonstrant weggezogen. Dabei tut es nichts zur Sache, was er getan hat. Das ist einfach Folter und, weil es besonders Polizisten sind und einen Ordnungsauftrag haben, besonders hart bestraft werden. Polizisten sind keine Handlanger der Reichen und Korrupten, sondern sind für die Allgemeinheit da! Wenn man so was zulässt, verlieren wir alle!
pianoman09 08.06.2019
5.
Zitat von TomTheVikingund Lügen Russland zu schaden. Bezahlt zum Beispiel auch von der SPD "Friedrich Ebert Stiftung" die 2015 dafür 4 Millionen EUR locker machte (da hatte ich eine Zahl von einer genau dafür verantwortlichen Frau welche in Dallgow Döberitz bei Berlin wohnt) dieses Geld war aber für Stimmungsmache in der Ukraine, Weißrussland und Russland zusammen gedacht. Von den Pussy Riots über den obersten Krimtataren Mustafa Dschemilew über vom Westen protegierte Scheinoppositionelle (beide werden zum grössten Teil aus den USA bezahlt) wie Nemzow fasst man Kriminelle in Russland halt nicht sehr sanft an. Der Oligarch und Auftragsmörder Chordorkowski wurde von der Berliner Regierungstruppe sogar zum Freiheitshelden hochstilisiert. Das obwohl der EU Gerichtshof die Schuldfrage (Steuerhinterziehung) nicht anzweifelte und auch die Höhe der Bestrafung nicht es wurde nur die Behandlung und Unterbringung kritisiert, nun ja ein russisches Gefängniss ist mit dem Kindergarten für Erwachsene (offene JVA) vor meiner Haustür nicht zu vergleichen. Ebenso die Frau Timoschenko aus der Ukraine, welche nachweislich etwa 4 Milliarden US Dollar unterschlagen hat womit die russischen Gasrechnungen zu bezahlen waren. Hat dan die EZB und Weltbank ausgeglichen, sonst wäre schon Ruhe im Schiff was die Ukraine betrifft.
Sie sind einer von diesen bezahlten Trolls, die alle Fakten vermischen, um das Bild vom zu unrecht angegriffenen Russland zu verbreiten. Der Spiegel berichtet nicht parteiisch, sondern informiert über Fakten (keine Stimmungsmache, wie Sie sagen). Der Spiegel berichtet ebenso kritisch über andere Länder, sowie es einen Anlass gibt. Wenn Sie nicht ertragen können, dass es eine unparteiische Presse gibt, die über Missstände überall in der Welt berichtet, ist das sicher nicht das Problem der freien Länder. Hören Sie auf, Ihre erfundenen Fakenews zu verbreiten. Kämpfen Sie stattdessen für die objektive Wahrheit - egal in welchem Land.
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