Fremdenhass in Russland Tausende protestieren in Moskau gegen Ausländer

"Heute eine Moschee, morgen der Dschihad" - so skandierten Tausende Ultrakonservative in Moskau. Sie gaben muslimischen Einwanderern die Schuld an einer hohen Kriminalitätsrate und steigenden Arbeitslosigkeit.

AP

Moskau - Der Fremdenhass in Russland flaut nicht ab: Zwar kamen am Montag zum Russischen Marsch weniger Demonstranten, als die Organisatoren angekündigt hatten, dennoch gingen laut Angaben der Agentur AFP etwa 10.000 Menschen gegen Ausländer auf die Straße. Die Moskauer Polizei sprach von 8000 Teilnehmern beim Marsch zum Tag der nationalen Einheit, die Organisatoren meldeten 20.000.

Mit Sprüchen wie "Heute eine Moschee, morgen der Dschihad" oder "Junge Leute gegen Toleranz" äußerten die Demonstranten ihren Hass gegen muslimische Ausländer wenig subtil. Auch in St. Petersburg, Kasan und Irkutsk gingen Nationalisten auf die Straße.

Über Ausschreitungen, zu denen es in den Vorjahren am Rande des Marsches gekommen war, wurde bisher nichts gemeldet. Angesichts der "extremen Gewalt" bei vorherigen Aufmärschen könne es auch diesmal zu "spontanen Demonstrationen" kommen, hatte die US-Botschaft gewarnt. Amerikaner sollten sich von der Kundgebung in einem Arbeiterbezirk von Moskau fernhalten. Etwa 30 Personen wurden wegen Ordnungswidrigkeiten oder weil sie Nazi-Slogans und -Symbole verwendeten, festgenommen, informierte die Moskauer Polizei.

Eine neue Eskalationsstufe

Die Zuwanderung vieler Gastarbeiter aus den verarmten früheren Sowjetrepubliken im Kaukasus oder Zentralasien hat die ethnischen Spannungen in Russland angeheizt. Eine neue Eskalationsstufe wurde am 13. Oktober mit einer Demonstration von Tausenden Rechtsextremen erreicht.

Auslöser war offenbar der Tod des 25-jährigen Jegor Scherbakow aus Birjuljowo, der auf dem Heimweg niedergestochen worden war - von einem "Nicht-Russen", wie seine Freundin beteuerte. Medienberichten zufolge verletzte die Klinge des Täters Scherbakow am Herzen, er starb noch am Tatort. Nach den gewaltsamen Demonstrationen reagierte die Polizei mit einer Razzia gegen Gastarbeiter.

Die Nationalisten werfen den Einwanderern aus Zentralasien vor, für die hohe Kriminalitätsrate verantwortlich zu sein und den Russen Jobs wegzunehmen. Zumeist arbeiten die Migranten in großen Städten auf dem Bau oder in anderen schlecht bezahlten Branchen, in denen Russen nur selten arbeiten. Laut Statistik leben in Russland etwa elf Millionen Migranten. Weil Einwanderer aus Zentralasien kein Visum benötigen, halten sich die meisten Arbeiter legal in dem Land auf.

vek/AFP/AP

insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
hesse 04.11.2013
1. Wie bei uns. Nur hier....
Zitat von sysopREUTERS"Heute eine Moschee, morgen der Dschihad" - so skandierten Tausende Ultrakonservative in Moskau. Sie gaben muslimischen Einwanderern die Schuld für eine hohe Kriminalitätsrate und steigende Arbeitslosigkeit. Russland: Tausende protestieren in Moskau gegen Ausländer - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-tausende-protestieren-in-moskau-gegen-auslaender-a-931694.html)
....muss die Bevölkerung kuschen. In Russland darf dagegen demonstriert werden. Also doch eine echte Demokratie ( Schröder).
trixiblupp 04.11.2013
2. Dämlich
Rechtes gedankengut ist das dümmste was es gibt, man darf einfach keine unterschiede zwischen rassen von menschen machen egal welche art von menschen!!! Sich für etwas besseres zuhalten als es andere sind ist falsch und egoistisch. Sowas gehört einfach in keine zivilisierte Welt!
AllesnureinWitz 04.11.2013
3.
Zitat von hesse....muss die Bevölkerung kuschen. In Russland darf dagegen demonstriert werden. Also doch eine echte Demokratie ( Schröder).
Was soll denn der Unsinn? Sie können hier für oder gegen alles mögliche demonstrieren. Als Ausländerfeind bekommt man hier sogar noch Polizeischutz, um seinen Menschenhass öffentlich auszuleben. Und Aufmärsche von NPD, PRO & Co. finden nun wirklich ständig irgendwo statt. Also Kopf hoch. Starten sie dagegen einmal in Russland eine Demo für Homosexuellen-Rechte. Ach ne, homo ist verboten. Tolle Demokratie.
ottomane1982 04.11.2013
4. verstehe nicht was diese nationalisten wollen?
der durchschnittsrusse möchte nicht für ein paar kopeken arbeiten also holen die russen sich leute aus den alten teilen ihres reiches....ich habe mit eigenen augen gesehen unter was für erbärmlichen zuständen die menschen aus zentralasien dort schuften müssen...kriminalität und konflikte sind da quasi vorprogramiert...russland war mal ein multikulturelles land und verkommt nun zu einem faschistischen reich...wer mal mit dem zug durch moskau fährt braucht sich nicht über die hakenkreuzgrafittis an den schallschutzmauern zu wundern...ist schon völlig normal geworden....
ratte321 04.11.2013
5.
Rassismus/Fanatismus/Faschismus ist nichts anderes als die Kapitulation einer selbstbewussten und starken Gesellschaft!
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