Interkontinentalrakete "Topol-M" Russland testet sein Erstschlagsarsenal

Die nächste Machtdemonstration: Russland hat erneut eine Interkontinentalrakete getestet, sie flog rund 9000 Kilometer weit und schlug auf der Halbinsel Kamtschatka ein. Es ist der zweite Test innerhalb weniger Tage.
Rakete Topol-M (Parade im Mai 2012): "Einsatzbereitschaft des Systems bestätigt"

Rakete Topol-M (Parade im Mai 2012): "Einsatzbereitschaft des Systems bestätigt"

Foto: DPA

Moskau - Zum zweiten Mal in drei Tagen hat die Atommacht Russland eine Interkontinentalrakete getestet, die mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden kann - und zum Erstschlagarsenal der Russen gezählt werden. Die Rakete vom Typ "Topol-M" sei vom Weltraumbahnhof Plessezk in Nordrussland abgeschossen worden, sagte Oberst Igor Jegorow vom Verteidigungsministerium in Moskau am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

Die Rakete sei rund 9000 Kilometer entfernt auf einem Übungsgelände der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka eingeschlagen.

Ziel sei es gewesen, die Verlässlichkeit der Technik zu prüfen, sagte Jegorow. "Der Test bestätigte die Einsatzbereitschaft des Systems." Die "Topol-M" zählt zu den Waffen, die für einen atomaren Erstschlag eingesetzt werden können. Damit sie vom Gegner nicht präventiv ausgeschaltet werden kann, wird sie auf geländegängigen Spezial-Lkw transportiert - sie ist jederzeit schnell verlegbar.

Im September hatte Russland eine Rakete vom Typ "Bulawa" getestet und angekündigt, im Oktober und November würden zwei weitere Versuche mit Atomraketen folgen. Am vergangenen Donnerstag feuerte Russland dann eine weitere U-Boot-gestützte "Bulawa"-Rakete ab, nun folgte der Test mit der "Topol-M".

Vor wenigen Tagen hatte die Nato den Flug russischer Bomber und Kampfjets über Atlantik, Pazifik und Nordpolarmeer kritisiert. Experten sehen in den zahlreichen Tests und Manövern auch Machtdemonstrationen Russlands inmitten wachsender Spannungen mit dem Westen im Ukraine-Konflikt.

Ungeachtet internationaler Kritik wählen die von Moskau unterstützten Separatisten in der Ostukraine an diesem Sonntag eine neue Führung. Russland will die Abstimmung anerkennen. Dagegen hält der Westen wie die proeuropäische Führung in Kiew die Wahl für verfassungswidrig.

bim/dpa
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