Russland Unbekannte überfallen Menschenrechts-Aktivisten

Überfall auf der Straße: Unbekannte Täter haben den Menschenrechtler Ponomarjow zusammengeschlagen und schwer verletzt. Vor wenigen Monaten hatte er gesagt, die Beschäftigung mit humanistischen Themen sei in Russland lebensgefährlich.

Moskau - Der Menschenrechts-Aktivist Lew Ponomarjow sei in eine Klinik gebracht worden, sagte ein Mitarbeiter des 67-Jährigen dem Moskauer Radiosender Echo Moskwy. Er vermute, dass der Überfall mit der Arbeit des früheren Abgeordneten zusammenhänge.

Nach ersten Ermittlungen sei Leiter der Bewegung "Für die Menschenrechte" von mindestens drei Angreifern vor seinem Haus zusammengeschlagen worden. Die Täter hätten kein Wort gesprochen, offenbar gezielt ein Mobiltelefon ihres Opfers zerstört und seien unerkannt entkommen.

Ponomarjow hatte wiederholt eine Stärkung der Menschenrechte in Russland sowie eine Klärung der Ermordung der kremlkritischen Journalistin Anna Politkowskaja 2006 in Moskau angemahnt. Nach dem Doppelmord an dem Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow und der Journalistin Anastassija Baburowa im Januar in Moskau hatte er gesagt, die Beschäftigung mit humanistischen Themen sei in Russland lebensgefährlich. Der Physiker hatte zuletzt auch immer wieder an Demonstrationen gegen die Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Wladimir Putin teilgenommen. Ponomarjow stand Pate bei der Gründung der bedeutenden russischen Menschenrechtsorganisation Memorial.

sac/dpa