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09. November 2014, 08:07 Uhr

40 brenzlige Situationen

Russland und der Westen riskieren die Eskalation

Die Russlandkrise hat in den vergangenen Monaten häufiger als bisher bekannt vor einer Eskalation gestanden. Nach Informationen des SPIEGEL gab es Dutzende gefährliche militärische Zwischenfälle, bei einigen hätte es Todesopfer geben können.

Riskante Annäherungen im Luftraum, provozierende Tiefflüge, aggressive Manöver - die Zahl gefährlicher militärischer Begegnungen zwischen Russland und dem Westen hat seit Ausbruch der Ukraine-Krise dramatisch zugenommen. Es kam allein in den vergangenen acht Monaten zu 40 brenzligen Situationen zwischen Russland und dem Westen. Dies geht aus einer Studie des Londoner "European Leadership Network" (ELN) hervor, mit der die Organisation an diesem Montag an die Öffentlichkeit gehen will. (Lesen Sie die komplette Meldung hier im aktuellen SPIEGEL.)

In der Studie, die dem SPIEGEL vorliegt, werden drei Ereignisse aufgeführt, die nach Angaben der Experten das Potenzial gehabt hätten, Todesopfer zu verursachen oder gar eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der Nato und Russland auszulösen. Dazu gehört ein Beinahezusammenstoß einer skandinavischen Passagiermaschine mit einem russischen Aufklärungsflugzeug, das seine Position nicht übermittelt hatte.

"Hier wird mit dem äußersten Risiko gespielt"

Auch die Entführung eines estnischen Geheimdienstlers sowie die Jagd der schwedischen Marine auf ein mutmaßliches russisches U-Boot werden als besonders kritische Ereignisse erwähnt. Weitere elf Vorkommnisse schätzt das ELN als ernsthaft, da "provozierend" und "aggressiv" ein.

"Hier wird ein gefährliches Spiel mit dem äußersten Risiko gespielt", sagt Ex-Verteidigungsminister und ELN-Mitglied Volker Rühe (CDU). "Alle Parteien, besonders Russland, sollten militärische Zurückhaltung üben."

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