New York Russischer Uno-Botschafter überraschend gestorben

Der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin ist tot. Laut dem Außenministerium in Moskau starb der Diplomat im Alter von 64 Jahren in New York. Die Todesumstände sind unklar.

Witali Tschurkin
AFP

Witali Tschurkin


Russlands Uno-Botschafter Witali Tschurkin ist in New York gestorben. Das teilte das russische Außenministerium in Moskau mit. Das Ministerium machte keine Angaben zu den Umständen seines Todes. Tschurkin starb einen Tag vor seinem 65. Geburtstag.

Tschurkin hatte Russland seit 2006 bei den Vereinten Nationen und im Uno-Sicherheitsrat vertreten, wo das Land einen ständigen Sitz hat. Er brachte bereits langjährige Erfahrung im diplomatischen Dienst mit. So arbeitete er unter anderem im Außenministerium in Moskau, war Gesandter in Ex-Jugoslawien, Botschafter in Belgien und beim Kooperationsrat zwischen Russland und der Nato sowie Botschafter in Kanada.

Das russische Außenministerium sprach Tschurkins Familie in einer Erklärung sein Beileid aus und würdigte ihn als "herausragenden russischen Diplomaten". Am Sitz der Uno in New York reagierten viele Menschen traurig und schockiert auf die unerwartete Nachricht. Mehrere Diplomaten, die ein Routinetreffen abhielten, legten spontan einen Schweigemoment für Tschurkin ein. UN-Sprecher Farhan Haq sprach Tschurkins Angehörigen ebenfalls sein Beileid aus. Der Tod des russischen Diplomaten mache ihn "fassungslos", fügte er hinzu.

Der Diplomat lieferte sich oft Debatten mit westlichen Uno-Botschaftern - zuletzt mit der damaligen US-Botschafterin Samantha Power. Diese hatte unter anderem Russland für einen "kompletten Kollaps der Menschlichkeit" in Aleppo verantwortlich gemacht. In einem emotionalen Appell fragte Power: "Schämen Sie sich gar nicht? Sind Sie unfähig, so etwas zu empfinden? Geht Ihnen die Hinrichtung eines Kindes nicht unter die Haut? Gibt es nichts, über das Sie nicht lügen würden?"

Tschurkin sagte daraufhin spöttisch, Power agiere, als sei sie Mutter Teresa. Sie solle sich klarmachen, welches Land sie vertrete und noch mal überlegen, ob sie wirklich aus einer moralischen Überlegenheit sprechen könne.

asa/Reuters/dpa/AFP/AP



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