Russland US-Regierung mahnt Untersuchung der Wahlen an

Die Parlamentswahlen in Russland stehen international in der Kritik. Nach den Berichten über Unregelmäßigkeiten bei den Urnengängen zur Staatsduma zeigen sich auch die Vereinigten Staaten besorgt - und mahnen eine Untersuchung der Verfahrensverletzungen an.  


Washington/Moskau - Nach der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußern nun auch die Vereinigten Staaten ihre Besorgnis über die Verfahrensverletzungen bei den Wahlen zur russischen Staatsduma.

Die US-Regierung bekundete "ernsthafte Bedenken" über die Durchführung der Wahlen in Russland, wie ein Sprecher bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bekannt gab. Die Vereinigten Staaten mahnten demnach eine Untersuchung über die Unregelmäßigkeiten an, die glaubhaft aus den Berichten der Wahlbeobachter hervorgingen.

In Moskau hat Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow eine stärkere Einbindung des Volkes in die Politik gefordert. "Wir müssen das politische System und die politische Ordnung ändern", sagte der Ex-Kremlchef laut Nachrichtenagentur dpa am Montag dem Radiosender Echo Moskwy. Das System müsse so abgeändert werden, dass es die Bürger in die Entscheidungsfindung einbeziehe, sagte Gorbatschow.

In den russischen Großstädten haben am Montag mehrere tausend Menschen gegen den Urnengang am Wochenende und Regierungschef Wladimir Putin demonstriert - sie halten die Wahlen für eine Farce.

bos/Reuters/dpa

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