Russische Punk-Provokateure Pussy Riots müssen länger in U-Haft bleiben

Die russische Justiz lässt die Band Pussy Riot länger in der Untersuchungshaft schmoren. Die drei Frauen sollen in einer Kirche ein Punk-Gebet gegen Wladimir Putin gesungen haben. Auf den Prozess müssen sie jetzt noch länger warten.

Die Pussy Riots: Die Untersuchungshaft wurde auf unbestimmte Zeit verlängert
AP

Die Pussy Riots: Die Untersuchungshaft wurde auf unbestimmte Zeit verlängert


Moskau - Sie flehten Gott an, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Für ihren Auftritt im Heiligtum der russisch-orthodoxen Kirche müssen die drei Frauen der Punkband Pussy Riot büßen. Ein Prozesstermin steht noch immer nicht fest. Die Untersuchungshaft für die jungen Musikerinnen sei verlängert worden, sagte Verteidiger Nikolai Polosow am Mittwoch der Agentur Interfax.

Wie lange die U-Haft verlängert wird, sei ihm nicht mitgeteilt worden, berichtete der Anwalt. Bislang galt sie bis zum 24. April. Seit eineinhalb Monaten habe niemand seine Mandantinnen verhört oder etwa eine Gegenüberstellung gemacht, kritisierte Polosow.

Maria Aljochina, Nadeschda Tolokonnikowa und Jekaterina Sanzewitsch sollen am 21. Februar mit Strickmasken verkleidet auf dem Altar der Moskauer Erlöser-Kathedrale ein "Punk-Gebet" gegen Regierungschef Wladimir Putin gesungen haben. Damit protestierten sie gegen die enge Verbindung von Staat und Kirche in Russland.

Wegen Rowdytums drohen den Frauen bis zu sieben Jahre Haft. Aljochina und Tolokonnikowa sind Mütter kleiner Kinder.

als/dpa



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batmanmk 19.04.2012
1. Zweifellos
Zitat von sysopAPDie russische Justiz lässt die "Pussy Riots" länger in der Untersuchungshaft schmoren. Die drei Frauen sollen in einer Kirche ein Punk-Gebet gegen Wladimir Putin gesungen haben. Auf den Prozess müssen sie jetzt noch länger warten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828377,00.html
Das hat doch sicher wieder einmal der "lupenreine Demokrat" Putin doch höchstpersönlich seinen diabolischen Schergen angeordnet!
juergw. 19.04.2012
2. Die Pussy Idiots...
Zitat von sysopAPDie russische Justiz lässt die "Pussy Riots" länger in der Untersuchungshaft schmoren. Die drei Frauen sollen in einer Kirche ein Punk-Gebet gegen Wladimir Putin gesungen haben. Auf den Prozess müssen sie jetzt noch länger warten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828377,00.html
sollten sich lieber um ihre Kinder kümmern.Das Hirn unter den Masken hat wohl leichten Schaden genommen.Das Theater in der Kirche war geschmacklos.Die Damen solltem zum Ernteeinsatz geschickt werden.
martinxmartin 07.05.2012
3. putin und kritik.
die damen wurden schon mal festgenohmen bei einer aktion gegen putin und dann ließ man sie aber gehen. putin sind die alles mehr als egal. die sitzen jetzt ein, weil sie in der größten orthodoxen kirche sich gesetzeswidrig verhalten haben und deswegen von der kirche angezeigt wurden. es geht hier also um kirche gegen pussy riot. außerdem ist den verhafteten müttern doch klar gewesen was sie machen. ihre kinder waren ihnen aber anscheinend egal, weil sie illegale aktionen gemacht haben und damit rechnen mussten verhaftet zu werden. man braucht sich nur mal ihre ganzen aktionen anzuschauen. hierzulande würde man sie für sowas genauso jahrelang wegsperren. "Als Tolokonnikowa 18 Jahre alt war, ließ sie sich mit ihrem Mann beim Sex im Biologischen Museum filmen, vier Tage vor der Geburt der gemeinsamen Tochter, die sie – einer spontanen Eingebung folgend – Hera nannte. Später erklomm sie mit anderen jungen Russen johlend den gusseisernen Zaun vor dem Weißen Haus, damals noch Sitz des Ministerpräsidenten Wladimir Putin, auf die Mauer hatten sie einen Totenschädel projiziert. Eines der letzten veröffentlichten Videos zeigt sie mit zerzaustem Haar in einer Moskauer Metrostation. Sie stürmt auf eine Polizistin zu und küsst sie auf den Mund. Mitte Januar erklimmen acht Mitglieder von Pussy Riot eine Mauer auf dem Roten Platz, auf der früher der Zar seine Erlasse verkünden ließ, und singen: »Aufruhr in Russland – Putin pisst sich in die Hose.« Sie werden von der Polizei verhaftet und müssen eine geringe Geldstrafe zahlen. Danach folgt der Auftritt in der Erlöser-Kathedrale. Nadeschda Tolokonnikowa ist ein Kind der russischen Provinz. Ihre Ankunft als Studentin in Moskau muss wie eine Erlösung gewesen sein. An der Staatlichen Lomonossow-Universität lernte sie ihren Ehemann Peter Wersilow kennen. Mit ihm und anderen aus dem Umfeld der philosophischen Fakultät gründete sie 2007 die Künstlergruppe Wojna, Krieg. Die Gruppe suchte nach einer anderen Sprache für den Protest gegen das autoritäre Regime in Russland, die Antwort hieß Provokation: Kunst als politischer Protest. Sie ließen Kakerlaken in einem Gerichtssaal frei, die nach einem Streit abgespaltene Petersburger Sektion der Gruppe malte im Sommer 2010 einen Kreidepenis auf eine Klappbrücke in der Stadt. Als die Brücke hochgefahren wurde, zeigte er direkt auf das FSB-Geheimdienstgebäude. Wojna führen der Gesellschaft vor Augen, was sie nicht sehen will. Und nehmen sich, was sie dafür brauchen. Ihre Lebensmittel klauen die Mitglieder in Supermärkten, sie wohnen in Garagen, gehen in Restaurants und Cafés, bezahlen aber nie die Rechnung." Politrock: Punk gegen Putin | Politik | ZEIT ONLINE (http://www.zeit.de/2012/14/Frauenband-Pussy-Riot)
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