Nach US-Ankündigung Auch Putin will neue Kurz- und Mittelstreckenraketen entwickeln

Beginnt ein neues Wettrüsten? Nach ihrem Ausstieg aus dem INF-Abrüstungsabkommen kündigten die USA die Entwicklung neuer Raketen an. Russland könnte "gezwungen sein" nachzuziehen, warnt Wladimir Putin.

Wladimir Putin sagt, Russland könnte zur Entwicklung neuer Raketen "gezwungen" sein
Klaus-Dietmar Gabbert/ DPA

Wladimir Putin sagt, Russland könnte zur Entwicklung neuer Raketen "gezwungen" sein


Nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrages hat sich Wladimir Putin an die USA gewandt. Sollte Moskau von neuen US-Raketensystemen erfahren, werde es "gezwungen sein, mit der vollumfänglichen Entwicklung ähnlicher Raketen zu beginnen", teilte der russische Präsident mit. Zugleich rief er die USA zu einem "ernsthaften" Dialog auf, um "Chaos zu vermeiden".

Washington war zuletzt formell aus dem INF-Abrüstungsvertrag von 1987 über nukleare Mittelstreckensysteme ausgeschieden und hatte die Entwicklung neuer Raketen angekündigt. Putin warf den USA vor, mit dem Ausstieg aus dem INF-Vertrag die weltweite Sicherheitsstruktur zu unterhöhlen. Die einseitige Beendigung des Abrüstungsabkommens verschlimmere die Lage in der Welt und bringe Sicherheitsrisiken mit sich

In der Kreml-Mitteilung wies Putin das russische Verteidigungsministerium, das Außenministerium und die Geheimdienste an, das Vorgehen der USA "aufmerksam" zu verfolgen. Er betonte, jeder Schritt Moskaus werde "ausschließlich auf Gegenseitigkeit" beruhen.

Ein neues Wettrüsten?

Der russische Staatschef warnte vor einem neuen Wettrüsten. "Um ein Chaos zu vermeiden, in dem es keine Regeln, Grenzen oder Gesetze gibt, müssen noch einmal alle möglichen gefährlichen Konsequenzen abgewogen und ein ernsthafter und unmissverständlicher Dialog begonnen werden", erklärte Putin und fügte hinzu: "Wir sind bereit dazu."

Die USA weisen Russland die Verantwortung für das Ende der Abrüstungsvereinbarung zu. Washington wirft Moskau vor, mit dem neuen russischen Marschflugkörper 9M729 gegen das INF-Abkommen verstoßen zu haben. Diesen Vorwurf erhebt auch die Nato.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen bereits im Februar gekündigt, nach einer sechsmonatigen Auslaufphase wurde der Ausstieg formal wirksam. Als Reaktion auf die US-Schritte hatte Russlands Staatschef Putin seinerseits die Umsetzung des Vertrags im Juli ausgesetzt.

asa/AFP



insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
porcellanato.scholz 05.08.2019
1. Quatsch!
Bei dem ganzen hochnuclearem Atommüll, der hier überall in den Ecken herumliegt, bedarf es meiner Meinung nach keiner neuen Atombomben mehr.
vulcan 05.08.2019
2.
Zitat von porcellanato.scholzBei dem ganzen hochnuclearem Atommüll, der hier überall in den Ecken herumliegt, bedarf es meiner Meinung nach keiner neuen Atombomben mehr.
Natürlich nicht - davon gibt es eh schon zuviele. Wir wollen mal hoffen, dass hier nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.... Ansonsten haben wir bald Cold War #2 und die Russen in 10 oder 20 Jahren pleite.
spon-facebook-10000523851 05.08.2019
3. Auf geht's Buam,
mia ham scho lang koan g'scheiden Kriag ned g'hobt. Zeit werd's, doss amoi wieda olle zur B'sinnung kemman.
Darwins Affe 05.08.2019
4. Geopolitik?
1) Putin sitzt zurzeit zwischen allen Stühlen: Ein neues Abkommen nur mit den Amis liesse die immer aggressiver agierenden Chinesen aussen vor: Die rohstoffreichen sibirischen Provinzen sind in Gefahr. 2) Die Frage bliebt allerdings: Was hat der Westen davon, wenn er durch Sanktionen Russland nach Osten abdriften lässt? Hunderttausende von Chinesen wandern jährlich in den Osten der russischen Föderation. Stehen sie irgendwann am Ural? 3) Die ganze Geopolitik ändert sich massiv. Für den (zersrittenen) Westen wird`s auch nicht einfacher – und Europa guckt einfach in die Luft und lässt sich`s (noch) gutgehen.
porcellanato.scholz 05.08.2019
5. New Safe Confinement Tschernobyl.
"Die Gesamtkosten des Projekts betragen 935 Millionen Euro." Das Ding scheint jetzt fertig zu sein. Bitte mal nachdenken!
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