Diplomatisches Angebot Russland will zwischen den USA und Nordkorea vermitteln

Kann ausgerechnet Russland eine Eskalation im Atomstreit verhindern? Der Kreml hat sich jedenfalls als Mediator zwischen den USA und Nordkorea angeboten. Und auch Südkorea rechnet damit, dass es schon bald zu Verhandlungen kommt.
Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Nordkorea

Südkoreanische Soldaten patrouillieren an der Grenze zu Nordkorea

Foto: Ahn Young-joon/ AP

Im Streit zwischen Nordkorea und den USA hat sich die russische Regierung als Vermittler angeboten. Russland sei bereit, als Mediator zu agieren, wenn beide Parteien das wünschten, sagte ein Kreml-Sprecher am Dienstag. "Russlands Bereitschaft, den Weg für eine Deeskalation zu bereiten, ist offensichtlich", sagte der Sprecher. Außenminister Sergej Lawrow habe am Montag Kontakt zu beiden Ländern aufgenommen, um Verhandlungen einzuleiten.

Die Regierung in Moskau fordert schon länger Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea, die sich über das nordkoreanische Atomprogramm heillos zerstritten haben. Bisher blieben solche Aufforderungen aber folgenlos.

In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen Uno-Resolutionen verstoßen hatte. US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas sogenannter Oberster Führer Kim Jong Un hatten sich mit harschen Drohungen überzogen. Das nährte große Sorgen vor einem Krieg.

Kim Jong Un

Kim Jong Un

Foto: AFP

Zuletzt hatte Nordkorea die verschärften Sanktionen des Uno-Sicherheitsrats als "kriegerische Handlung" bezeichnet. Die neuen Strafmaßnahmen kämen einer "kompletten wirtschaftlichen Blockade der Volksrepublik" gleich, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang.

Auch China verschärft die Sanktionen gegen Nordkorea

Der Sicherheitsrat hatte zuvor neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verhängt. Basis war ein Resolutionsentwurf der USA. Er sieht unter anderem eine Kürzung der Einfuhren von Benzin und anderen Treibstoffen um fast 90 Prozent sowie eine Begrenzung der Rohölversorgung vor. Es handelt sich bereits um die zehnte mit Sanktionen verbundene Uno-Resolution, die seit 2006 gegen Nordkorea wegen des Raketen- und Atomwaffenprogramms erlassen wurde.

Die Regierung Washington will Nordkorea prinzipiell nicht als Atommacht anerkennen. US-Präsident Trump zeigte sich auch in der Frage bilateraler Verhandlungen immer wieder hart. Bevor überhaupt Gespräche beginnen könnten, müsse Nordkorea sein Atomwaffenprogramm aufgeben.

Mittlerweile hat auch der einzig verbliebene internationale Partner Nordkoreas die Gangart verschärft: China stellte laut offiziellen Angaben den Export von Ölprodukten ins Nachbarland ein und ging damit über die von der Uno beschlossenen Sanktionen hinaus.

Vielleicht ist der gestiegene Druck ein Grund dafür, dass auch Südkorea mit einer steigenden Verhandlungsbereitschaft der kommunistischen Führung in Pjöngjang rechnet. Nordkorea werde im kommenden Jahr versuchen, im Streit über die nukleare Aufrüstung Gespräche mit den USA aufzunehmen, teilte das südkoreanische Vereinigungsministerium in seinem am Dienstag veröffentlichten Ausblick mit.

stk/Reuters/dpa
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