Russlands Außenminister Lawrow wirft Obama mutwillige Zerstörung der Beziehungen vor

Syrien, Krim, Sanktionen, Nato: Das Verhältnis zwischen Russland und den USA ist zerrüttet. Außenminister Sergej Lawrow sieht die Schuld bei Barack Obama. Präsident Putin bietet Nachfolger Trump dagegen die Kooperation an.

Sergej Lawrow
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Sergej Lawrow


Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem scheidenden US-Präsidenten Barack Obama vorgeworfen, die Beziehungen zwischen den beiden Staaten zerstört zu haben. "Wir vertrauen darauf, dass die neue Regierung nicht die Fehler der bisherigen wiederholen will, die willentlich die russisch-amerikanischen Beziehungen zerstört hat", sagte Lawrow der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera".

Um die "zerstörerischen Folgen" der "antirussischen Politik der Obama-Regierung" zu überwinden, brauche es ernsthafte Anstrengungen beider Seiten, sagte Lawrow. Russland erwarte von Obamas Nachfolger Donald Trump, dass er mit seiner außenpolitischen Mannschaft konkrete Schritte in diese Richtung mache. In seiner Rede an die Nation bot zugleich Russlands Präsident Wladimir Putin Trump die Hand: "Wir sind bereit für eine Kooperation mit der neuen US-Führung", sagte er.

Lawrow traf am Donnerstag seien türkischen Kollegen Mevlut Cavusoglu, dabei war vor allem der Krieg in Syrien Thema: Lawrow erklärte nach dem Treffen, die Angriffe auf Aleppo würden fortgesetzt. Russland werde die syrische Stadt vor den Terroristen retten.

Cavusoglu sagte, man habe sich darauf geeinigt, das Syrien und Aleppo bald eine Waffenruhe brauchten. Er betonte, es sei aber klar, welche Ansichten die türkische Regierung im Bezug auf Machthaber Baschar al-Assad haben. Russland und die Türkei vertreten im Syrienkrieg gegensätzliche Positionen: Während die russische Armee Assads nach Kräften unterstützt und seit Langem Rebellenstellungen bombardiert, unterstützt die Türkei Rebellen gegen Machthaber Assad.

Am Donnerstagnachmittag wird Lawrow in Italiens Hauptstadt Rom erwartet. Er nimmt dort an einer Konferenz des italienischen Außenministeriums teil, bei der es unter anderem um Sicherheit und Migration im Mittelmeerraum geht. Erwartet wird dazu am Freitag auch US-Außenminister John Kerry. Lawrow und sein italienischer Amtskollege Paolo Gentiloni geben am Freitag eine gemeinsame Pressekonferenz.

kig/dpa-AFX/Reuters



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dbade101 01.12.2016
1. Keiner von
beiden, also Obama oder Putin, haben recht. Beide verfolgen nur ein Ziel ungeachtet der Schäden für die Zivilbevölkerung. Das sind die jeweiligen geostrategischen Vorteile in Syrien. Alles andere ist doch nur vorgeschoben. Die Opfer interessieren doch keine von beiden. sonst würde man nicht Krankenhäuser und ähnliches ohne jeden Skrupel zerstören. Eine Einigung für die Nutzung Syriens durch beide Parteien dürfte zielführender sein. Leider nur Wunschdenken.
lesheinen 01.12.2016
2.
Diese Vorwürfe gegenüber der scheidenden Regierung Obama muss gerade derjenige erheben, der trotz gegenteiliger Beweise russisches Fehlverhalten ständig abgestritten hat.
alias1942 01.12.2016
3. wir suchen keine Feinde, sondern Freunde
das hat Putin heute in seiner Regierungserklärung gesagt. Und er meint das auch. Die Dinge, die Russland vom Westen vorgeworfen werden sind letztlich immer Gegenreaktionen der Russen auf die aggressiven und feindseligen Aktionen des Westens. Aber bisher hat der Westen nicht gelernt eine Friedenspolitik zu betreiben. Das könnte sich mit einem Pragmatiker, der nicht meine Sympathie hat, sehr schnell ändern. Die Welt könnte dann aufatmen.
thrashmail 01.12.2016
4. Was soll Lawrow sonst sagen ?
Dabei reichen die Stichworte Syrien und Krim schon aus und man weiß wer der Schuldige ist an den schlechten Beziehungen. Außerdem will man weiterhin offensichtlich und plump den nächsten Präsidenten Trump stärken.
Balschoiw 01.12.2016
5. Lawrow
ist für mich nur noch ein willfähriges Sprachrohr der Schlächter von Syrien und der Ukraine. Die teils grotesken Lügen die dieser Herr in den letzten Jahren wider besseren Wissens in die Welt hinausposaunt hat, disqualifizieren ihn dafür über andere zu richten. Er selbst ist einer derjenigen die Kriegsverbrechen mit einem Lächeln abtun. Warum also sollte genau dieser Mann noch einen Rest an Glaubwürdigkeit haben?
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