Saddams Rüstungsdossier Brisante Fracht auf dem Weg nach New York

Per Flugzeug wird der 12.000-seitige Bericht des Irak über sein Waffenprogramm eilig zur Uno gebracht, die Auswertung kann Wochen dauern. Einem deutschen Zeitungsbericht zufolge gibt das Regime in dem Report zu, detaillierte Pläne für den Bau von Atomwaffen zu besitzen.


Fotografieren durften Journalisten die Dokumenten, auswerten soll sie allein die Uno
REUTERS

Fotografieren durften Journalisten die Dokumenten, auswerten soll sie allein die Uno

Bagdad - In Bagdad startete nach einem CNN-Bericht zufolge am Sonntagmorgen ein Sonderflugzeug, das die vom Weltsicherheitsrat geforderte rund 12.000 Seiten umfassende Liste mitsamt CD-Roms in das Uno-Hauptquartier bringen wird. Auch die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien wird die Dokumente auswerten.

Die irakische Regierung hatte den Report am Samstagabend den UN- Waffenkontrolleuren in Bagdad übergeben. Uno-Chefinspekteur Hans Blix hatte zuvor erklärt, weder die USA noch andere Staaten sollten Kopien erhalten, ehe die Uno-Inspekteure nicht zu einer ersten Einschätzung der irakischen Angaben in der Lage seien.

Waffeninspekteur Blix: Keine Kopie für die Amerikaner
AP

Waffeninspekteur Blix: Keine Kopie für die Amerikaner

Zuvor hatte sich US-Präsident George W. Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache skeptisch über die Kooperationsbereitschaft Bagdads bei der Vernichtung des irakischen Potenzials zur Massenvernichtung geäußert. Die USA halten die irakische Versicherung, keine Massenvernichtungswaffen zu besitzen, für falsch.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" verfügen die Vereinten Nationen über Erkenntnisse, nach denen der vom Irak vorgelegte Rüstungsbericht "brisante Details" enthält. In dem Dossier soll der Irak zugeben, genaue Pläne zum Bau von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungsmitteln zu besitzen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Uno-Diplomaten. Außerdem soll der Bericht nach Uno-Erkenntnissen eine Aufstellung von Firmen umfassen, die dem Irak technologisches Know-how auch zum Bau von Massenvernichtungswaffen geliefert oder zumindest angeboten haben.

Die Waffeninspektoren der Uno haben am Sonntag ihre Durchsuchungen in Irak nach Massenvernichtungswaffen fortgesetzt. Zwei Teams verließen am Sonntag morgen die im Hotel Canal eingerichtete Basis. Unter anderem sollte die Gesellschaft für geologische Studien und Bergbau in Bagdad untersucht werden.

Am Sonntag wurde zudem Verstärkung für das Uno-Team erwartet. Gut zwei dutzend Waffenkontrolleure werden erwartet. Die Uno-Experten verfügen jetzt auch über Hubschrauber, so dass sie ihren Aktionsradius ausdehnen können.



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