Samaras-Besuch in Berlin Merkel macht Griechen ein bisschen Hoffnung

Griechenlands Ministerpräsident Samaras bittet Deutschland verzweifelt um "Luft zum Atmen". Bei seinem Berlin-Besuch sagt Kanzlerin Merkel immerhin: "Ich möchte, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt." Doch nur wenn Athen Opfer bringt, scheinen kleine Zugeständnisse möglich.

AFP/ Guido Bergmann/ Bundesregierung

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Berlin - Die Anspannung ist Antonis Samaras anzumerken. Vor dem griechischen Ministerpräsidenten haben sich so viele Journalisten aufgebaut, wie sonst vielleicht gerade noch US-Präsident Barack Obama anlockt. Jedes Wort zählt, jede Regung wird registriert. Immer wieder sucht Samaras den Blickkontakt zu Angela Merkel neben ihm, seine Hand, das verrät der Sprechzettel, zittert.

Es geht um nicht weniger als das Schicksal seines Landes, als die deutsche Regierungschefin Samaras an diesem Freitag empfängt. Kann Griechenland weiter auf Hilfe zählen, vielleicht sogar auf eine kleine Atempause bei den Reformmühen? Oder ist die Pleite des taumelnden Krisenstaates bald besiegelt? Für den Ministerpräsidenten ist es ein verzweifelter Bittgang, ein Gnadengesuch bei der eisernen Kanzlerin, die sich am Tag zuvor noch über einen Haushaltsüberschuss in Milliardenhöhe für die erste Jahreshälfte freuen konnte.

Schon in den Tagen zuvor hat Samaras alle Register gezogen. Er hat eine Charmeoffensive gestartet, in deutschen Zeitungen Reue gezeigt, Versprechen abgegeben, sogar eine Geld-zurück-Garantie für alle Helfer in der Not. Er hat es menscheln lassen, daran erinnert, wie sein Vater einst in Berlin studierte und von sich sagte, er sei mit "Spreewasser" getauft. Er sprach von einer besonderen Verbindung zu Merkel, weil diese ihn nach seiner Augenoperation getröstet habe. "Sie hat mir am Telefon erzählt, dass ihr Vater Priester war und dasselbe Augenproblem hatte wie ich mit meiner Netzhautablösung." Die Botschaft: Wir sind doch alle eine große, europäische Familie. Lasst uns nicht im Stich!

"Keine vorschnellen Urteile"

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Fotostrecke: Merkels Härte, Samaras' Pathos
Als Samaras nun, nach einem etwas mehr als einstündigen Gespräch, mit der Kanzlerin vor der blauen Wand im ersten Stock der Berliner Regierungszentrale steht, kann er sich zumindest etwas Hoffnung machen. Konkrete Zusagen, Entscheidungen, wie es weitergeht, haben die beiden erwartungsgemäß nicht zu verkünden. Doch immerhin legt Merkel ein klares Bekenntnis zum Verbleib der Griechen in der Währungsunion ab. "Ich will, dass Griechenland Teil des Euro-Raums bleibt", sagt die CDU-Chefin, so wie es tags zuvor auch schon Frankreichs Präsident François Hollande in Berlin erklärt hat. Ihre Sorge ist groß, dass ein Austritt der Griechen zu einem Dominoeffekt in der Euro-Zone führt. Offen bleibt jedoch vorerst die Frage, welchen Preis Merkel bereit ist zu zahlen, um die Griechen zu halten. Und welchen Preis Samaras zahlen muss.

Merkel hatte zuletzt immer wieder Härte demonstriert und Athen an die Einhaltung aller vereinbarten Reformen und Zielvorgaben erinnert. Davon rückt sich auch jetzt nicht ab, die Griechen müssten ihre Zusagen einhalten, betont sie. Gleichermaßen versichert sie aber, dass Deutschland alles tun wolle, um Griechenland bei den Reformschritten zu helfen. Die Bundesregierung werde keine "vorschnellen Urteile" fällen, erst der Bericht der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission werde "belastbare" Erkenntnisse bringen. Der Bericht soll im September oder Oktober vorliegen.

Ein Premium-Zeugnis wird die Troika den Griechen nicht ausstellen. Dennoch glaubt Samaras an ein positives Signal. Der Bericht werde zeigen, dass seine Regierung ihre Verpflichtungen erfüllen werde. Er hofft darauf, dass ihm die Euro-Retter dann einen Aufschub geben werden. Statt wie bisher vereinbart schon 2014 will er erst 2016 das EU-Defizitziel erreichen, damit Griechenland nicht noch tiefer in die Rezession rutscht. "Wir wollen nicht mehr Mittel", sagt Samaras, sein Land brauche "Luft zum Atmen". Dann legt er eine Hand auf die Brust und erklärt: "Wir sind ein sehr stolzes Volk, und wir mögen es nicht, von geliehenem Geld abhängig zu sein."

Pathos allein reicht nicht

Doch von Pathos allein lässt sich Merkel nicht überzeugen - schon gar nicht, wenn Samaras es bemüht, der als Oppositionspolitiker noch alle Rettungsversuche der damaligen griechischen Regierung nach Kräften zu blockieren versuchte. Jetzt bescheinigt sie ihm zwar guten Willen. Sie verbindet dies aber mit der Mahnung, es sei noch viel zu tun. "Den Worten müssen Taten folgen." So muss Athen in den kommenden Wochen etwa sein neues Sparpaket über 11,5 Milliarden Euro durchbringen, sonst wollen die internationalen Helfer die nächste Tranche aus dem zweiten Hilfspaket in Höhe von 31 Milliarden Euro nicht auszahlen. Die Folge: Athen wäre pleite.

Auf die mögliche Atempause geht die Kanzlerin am Freitag nicht ein. Doch ihr Auftreten wirkt insgesamt versöhnlicher als in den vergangenen Tagen. Sie hat ein Entgegenkommen bislang auch nicht kategorisch ausgeschlossen. Und die Vereinbarungen zum zweiten Griechenland-Paket lassen einen Aufschub zu, sollte die Wirtschaft schlimmer abstürzen als befürchtet. Das Bundesfinanzministerium relativierte den Passus allerdings inzwischen als "etwas überhöht". Weder gebe es einen Automatismus, noch sei der Text rechtlich bindend, heißt es.

Dazu kommt: Mehr Zeit bedeutet unter dem Strich eben doch auch mehr Geld. Und die Bereitschaft, weitere Milliarden nach Athen zu schicken, tendiert in der schwarz-gelben Koalition gen Null. Für ein weiteres Griechenland-Paket hätte Merkel derzeit keine schwarz-gelbe Mehrheit. Noch am Vormittag hatte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) erklärt, ein griechischer Euro-Austritt wäre "kein Problem". Ähnliche Töne waren bislang eher aus der FDP zu vernehmen, in der CSU würden viele die Drachme in Griechenland lieber heute als morgen wieder einführen.

Samaras beklagt sich am Freitag offen über diese "Kakophonie", die große Probleme schaffe, "weil man den Eindruck hat, dass man umsonst kämpft". Auch Merkel behagen die lautstarken Spekulationen über einen Grexit nicht. Ihre ziemlich mutige Aussage, sie kenne in den Regierungsfraktionen niemanden, der Griechenland aus dem Euro drängen wolle, dürfte deshalb vor allem als Mahnung an die schwarz-gelben Reihen zu verstehen sein. Dass die kritischen Stimmen damit verstummen, ist allerdings kaum zu erwarten.

Samaras ist dennoch zufrieden mit seinem Auftritt. Am Ende der Pressekonferenz legt er noch einmal die Hand auf die Brust und sagt mit einer kleinen Verbeugung auf deutsch: "Herzlichen Dank." Anschließend setzt er sich weitere 45 Minuten mit der Kanzlerin unter vier Augen zusammen, bevor es nach Paris geht. Dort trifft Samaras am Samstag Frankreichs Staatschef Hollande. Die griechische Schicksals-Tournee geht weiter. Mit ungewissem Ausgang.

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räson 24.08.2012
1. Volkes Wille !0)
Viele hier aus den Foren fordern einen Volksentscheid, aber argumentieren wie bei Nachbarschaftsstreitigkeiten wie sie so typisch sind in deutsche Stadtrand-Siedlungen. Da wird lieber die Hecke ringsherum hochgezogen, bevor versucht wird sich zu verständigen & Lösungen für die Probleme zu finden. Heute und hier Europäer zu sein ist eine absoluter Glücksfall für uns, da kann es doch nicht sein, das wir uns von anderen Mächten ausspielen lassen. Das Problem ist ja, die hätten gern solch eine Vielfalt, Kultur und Werte. Wer die Geschichte kennt, der weiß wie schwer der Weg war über die Jahrhunderte bis zum Heute. Und das alles in Frage stellen, für einen Virtuellen Wert, für Schulden die nicht nur die Europäer nie zurückzahlen werden können. Dieser Wert hat immer schon den Weg bereitet, aber er hatte nie lange bestand gehabt für sich. Oder interessieren heute noch irgendwen die Schulden aus dem 13,14,15,16,17,18en Jahrhundert? Es wurde immer schon alles mit Schulden aufgebaut! Das wollen nur die Aktuellen Gläubiger nicht wahr haben. Ich hoffe für uns, das wir endlich so weit sind, um über den Tellerrand hinaus zu sehen & die Schuldenfrage anderst lösen, als unsere Vorfahren.
FreakmasterJ 24.08.2012
2. Tacheles reden
Zitat von sysopAFP/ Guido Bergmann/ BundesregierungGriechenlands Ministerpräsident Samaras bittet Deutschland verzweifelt um "Luft zum Atmen". Bei seinem Berlin-Besuch sagt Kanzlerin Merkel immerhin: "Ich möchte, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt." Doch nur wenn Athen Opfer bringt, scheinen kleine Zugeständnisse möglich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,851861,00.html
Frau Merkel sollte ihren Wählern mal reinen Wein einschenken und erwähnen, dass alle EU- Steuerzahler die Zeche zu zahlen haben mit der die Geldgeberbanken jetzt refinanziert werden. Im Grunde genommen möchte sie die EU nur deswegen so lange wie möglich erhalten, damit der Schaden für die deutschen Banken beschränkt wird. Nur, würde sie die Fakten auf den Tisch bringen, würde das kommende Wahlergebnis sehr zu ihren Ungunsten ausfallen…
Pandora0611 24.08.2012
3. Märchenstunde mit Samaras
---Zitat--- Der griechische Premier Antonis Samaras verspricht den Deutschen, sein Land werde alle Milliardenhilfen zurückzahlen. Das garantiere er persönlich, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Er kündigte neue Sparprogramme zu, auch wenn Griechenland "bereits blute". ---Zitatende--- Werden jetzt "überflüssige" Beamte entlassen oder NUR auf andere Staatsbetriebe "umgesetzt"? Sollen Reeder jetzt ewa Steuern zahlen? Können sich jetzt etwa Selbsständige nicht mehr "armrechnen"? Führen die Tavernen jetzt etwa MwSt. ab? Zahlen Milliardäre jetzt etwa Steuern? Nea Dimokratia und PASOK haben doch über Jahrzehnte mit ihrer Klüngel- und Vetternwirtschaft diese Probleme erst geschaffen. Und jetzt soll es PLÖTZLICH anders werden? Das erinnert mich an die Fabel vom Fuchs und Skorpion. (...) das ist nunmal meine Natur. Samaras bettelt um mehr Zeit und Geld, und Merkel wird - wie immer -einknicken. Also nichts Neues. Und die Troika wird wieder sagen: "Griechenland ist auf einen guten Weg". Somit kann die nächste Tranche fließen. Und nächstes Jahr wird das 3. "Hilfspaket" für Griechenland beschlossen. ---Zitat--- Wir schreiben das Jahr 2050 © ... Griechenland erhält "alternativlos" das 200. "Rettungspaket". Alle Griechen werden nach ihrem Schulbesuch sofort "verbeamtet" und in Pension geschickt. Als Pension gibt es dann 5.000€ netto (Steuern kennen die Griechen ja nicht) mit einer jählichen Zuwachsrate von 10%. Die Deutschen arbeiten dann bis zu 85 und erhalten nur noch eine Mindestrente von 200€, zahlen 50% Steuern und neue Abgaben wurden "erfunden". (z.B. der "Griechensoli"). Schöne neue Welt, bisher gab/gibt es das nur in "Endzeit-Filmen". "Im besten Fall sind lediglich die Milliarden weg, die Deutschland für die übrigen Euro-Länder und die mögliche Stützung des eigenen Bankensystems zur Verfügung stellen muss. Im schlimmsten Fall droht eine umfassende Euro-Krise, die auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen würde." ---Zitatende---
Ulrich Berger 24.08.2012
4. Fuer wen spricht die Merkel eigentlich?
Zitat von sysopAFP/ Guido Bergmann/ BundesregierungGriechenlands Ministerpräsident Samaras bittet Deutschland verzweifelt um "Luft zum Atmen". Bei seinem Berlin-Besuch sagt Kanzlerin Merkel immerhin: "Ich möchte, dass Griechenland im Euro-Raum bleibt." Doch nur wenn Athen Opfer bringt, scheinen kleine Zugeständnisse möglich. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,851861,00.html
Die ist anscheinend die Letzte, die noch immer nicht mitbekommen hat, dass Griechenland per Betrug in den lausigen Euro-Verein gekommen ist und ergo nicht dazu gehoert! Fast jedes Mal, wenn die griechische Regierung wieder ein Haeppchen forderte und dafuer Belege erforderlich waren, mussten diese Belege spaeter korrigiert werden. Machen Sie das mal mit dem Finanzamt: da nennt man das vermutlich Betrug. Wann hat eigentlich mal jemand vom "normalen Volk", also uns, gesehen, welche Betraege via betruegerische Mitgliedschaft und daher ungerechtfertigterweise an Griechenland geflossen sind? Die Wuensche der Bevoelkerung - angeblich der Souveraen - sind fuer die Merkel und ihren Haufen offensichtlich ohne jeden Belang. Wenn hier die Rede ist: ein bischen Raum zum Atmen: die atmen schon ziemlich lange auf Kosten der Anderen; vom eigenen Beitrag ist ja wohl nicht viel zu sehen. Eigentlich: garnichts! Und genauso sollte unsere wertvolle Regierung auch handeln. Die liefern nichts, wir liefern nichts!
Diplomatenrunde 24.08.2012
5. Verschwendung von Ressourcen
Der Bestseller Autor Thomas Stütz hat mit seinem Buch "Der Domino-Effekt" die aktuellen Ereignisse bereits vor eineinhalb Jahren wie wir Sie aktuell im Bereich der EU und in der Folge aber auch interkontinental durch die Medien seit Monaten sehen und hören können, vorhergesagt. Es ist zudem erstaunlich, wenn man Inhalte und Verläufe aus dem Bestseller Buch in der Politik und in den Medien wiedergegeben findet. Gerade hieraus stellt sich die berechtigte und notwendige Frage, wie lange will man diese Kapazität und Buchautor medial noch Tod schweigen?
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