Sanierungsarbeiten 680.000 Pfund für eine schönere Downing Street 

Großbritannien muss sparen - das ist eine Kernbotschaft von Premierminister David Cameron. In seinem Amtssitz ist davon allerdings nichts zu sehen. Mehr als 680.000 Pfund haben Umbauten in der Downing Street seit seinem Amtsantritt gekostet. Medien und Opposition sind empört.

Neue Küche in der Downing Street: Schön teuer
REUTERS/White House

Neue Küche in der Downing Street: Schön teuer


London - Er ist als der große Sparmeister angetreten - doch für sich selbst und seine Familie scheint der englische Premierminister David Cameron weniger geizig zu sein. Seit seinem Amtsantritt seien mehr als 680.000 Pfund an öffentlichen Geldern für Renovierungen und Umbauten in der Downing Street ausgegeben worden, berichtet der "Guardian".

Das ist zwar fast nichts im Vergleich zu den rund 86 Milliarden Pfund (99 Milliarden Euro), die Camerons Regierung in den kommenden Jahren einsparen will. Aber symbolisch macht es keinen guten Eindruck. "Welche Sparmaßnahmen? Der Premierminister verpulvert 680.000 Pfund IHRES Geldes für die Downing Street" überschrieb die "Daily Mail" einen Artikel.

Zentrum der Arbeiten sei die Küche gewesen, so der "Guardian"-Bericht. Beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in England posierten Camerons Frau Samantha und Obamas Gattin Michelle auf einem Sofa vor der offenen Küche. Cameron bewohnt mit seiner Familie wie früher das Ehepaar Blair eine Wohnung in der Downing Street 11, weil diese Wohnung größer ist als die in der Downing Street 10.

Die Regierung bestätigte, 30.000 Pfund, die Cameron jährlich für Umbau- und Renovierungsmaßnahmen zur Verfügung stehen, komplett für die Arbeiten in der Dienstwohnung in der Downing Street 11 benutzt worden seien. Es sei aber kein Steuergeld für Möbel oder anderes Zubehör ausgegeben worden, teilte eine Sprecherin mit. Alle Kosten jenseits der 30.000 Pfund seien von den Camerons selbst bezahlt worden.

Der große Rest von mehr als 650.000 Pfund wurde dem "Guardian" zufolge für Renovierungsarbeiten an Büros und Empfangsräumen in der Downing Street ausgegeben.

"Die Leute müssen wissen, was getan wurde und wie viel es gekostet hat"

Der Labour-Abgeordnete Tom Watson sagte, die 30.000 Pfund jährlich seien ein "versteckter Bonus" für den Premierminister, der ohnehin in einer Wohnung lebe, die keine Miete koste. "30.000 Pfund ist mehr als das Gehalt einer Krankenschwester", zitiert der "Guardian" Watson. "Die Leute müssen wissen, was getan wurde und wie viel es gekostet hat." Das Gebäude gehöre nicht der Regierung, sondern dem Staat.

Laut "Guardian" waren die Verträge für die Arbeiten nur einsehbar, weil die Regierung alle Ausgaben über 25.000 Pfund veröffentlicht. Demnach wurden seit der Wahl Camerons zum Premierminister exakt 683.102,34 Pfund für Sanierungsarbeiten in der Downing Street ausgegeben. Es sei möglich, dass es weitere Zahlungen unterhalb der 25.000-Pfund-Grenze gegeben habe.

Auf einer Parteitagsrede im vergangenen Oktober hatte Cameron über seine Sparmaßnahmen gesagt: "Ich wünschte, es gebe einen einfacheren Weg. Aber ich sage Ihnen: Es gibt keinen anderen verantwortungsvollen Weg." In der Tat sind die Reformen happig: Im Durchschnitt werden fast alle Ministerien über die nächsten vier Jahre gerechnet ein Viertel ihres Budgets verlieren. Subventionen sollen gestrichen und Steuern erhöht werden.

ulz



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Schah.Wenzel 27.05.2011
1. [{-_-}] ZZZzz zz z...
Zitat von sysopGroßbritannien muss sparen - das ist eine Kernbotschaft von Premierminister David Cameron. In seinem Amtssitz ist davon allerdings nichts zu sehen. Mehr als 680.000 Pfund haben Umbauten in der Downing Street seit seinem Amtsantritt gekostet. Medien und Opposition sind empört. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765412,00.html
Zu recht, wie ich finde. Alternativ hätte man auch die Hausnummer 10 und 11 umkleben können -- Kostenpunkt für einen ohnehin im Einsatz befindlichen & somit vor Ort seienden Wachtmeister: 5,-- €, bzw. 4,3 £ für den dafür notwenigen Klebstoff. Der Tommy halt...
rincewind 1111 28.05.2011
2. ...
Zitat von sysopGroßbritannien muss sparen - das ist eine Kernbotschaft von Premierminister David Cameron. In seinem Amtssitz ist davon allerdings nichts zu sehen. Mehr als 680.000 Pfund haben Umbauten in der Downing Street seit seinem Amtsantritt gekostet. Medien und Opposition sind empört. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765412,00.html
Es ist halt wie bei uns, Wasser predigen und Wein saufen. Früher hießen sie Baron, Herzog oder Graf, heute heißen sie Abgeordneter, Minister, Kanzler oder Präsident. Na dann Bürger aller Länder, esst halt alle Kuchen.
CHANGE-WECHSEL 28.05.2011
3. ............
Zitat von sysopGroßbritannien muss sparen - das ist eine Kernbotschaft von Premierminister David Cameron. In seinem Amtssitz ist davon allerdings nichts zu sehen. Mehr als 680.000 Pfund haben Umbauten in der Downing Street seit seinem Amtsantritt gekostet. Medien und Opposition sind empört. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,765412,00.html
Ein Lügenpack abgewählt, das nächste Lügenpack an der Macht! In jedem Land dieser Welt gehören die etablierten Parteien, die schon lange nicht mehr dem Volk dienen, ausgeräuchert! Dies gilt vor allem auch für die USA. Da ist Politik nur noch ein Spiel von Demokraten und Republikaner mit dem eigentlichen Ziel - möglichst viel Profit zu ergaunern.
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