Sprengsatz im Supermarkt IS reklamiert Anschlag in Sankt Petersburg für sich

Nach dem Anschlag in Sankt Petersburg hat sich jetzt der "Islamische Staat" zu Wort gemeldet - und die Tat, bei der 14 Menschen verletzt wurden, für sich reklamiert.

Zerstörter Supermarkt in Sankt Petersburg
DPA

Zerstörter Supermarkt in Sankt Petersburg


Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat den Anschlag auf einen Supermarkt in Sankt Petersburg mit 14 Verletzten für sich reklamiert. Der Anschlag in der russischen Metropole vom Mittwoch sei von einer "Gruppe" mit Verbindungen zum IS verübt worden, heißt es in einer Erklärung, die am Freitag vom IS-Propagandaorgan Amaq verbreitet wurde.

Der selbstgebaute Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt platziert worden. Die Detonation ereignete sich, als viele Russen wegen der Vorbereitungen auf den Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar in der Stadt unterwegs waren.

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Russland: Sprengsatz im Supermarkt-Schließfach

Auf Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der das Geschäft anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen. Russlands Staatschef Wladimir Putin stufte den Anschlag als "terroristische Tat" ein und drang auf einen gnadenlosen Kampf gegen Attentäter.

Kommen Dschihadisten jetzt nach Russland zurück?

Die russische Armee kämpft seit September 2015 im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Staatschef Baschar al-Assad unter anderem gegen den IS. Damit rückte das Land verstärkt in den Fokus von Dschihadisten. Im April wurden bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn von Sankt Petersburg 16 Menschen getötet, darunter der Attentäter. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk.

Mitte Dezember kündigte Putin einen Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien an. Die russischen Sicherheitsbehörden erklärten anschließend, es sei eine Rückkehr von Dschihadisten nach Russland zu befürchten, nachdem die IS-Miliz praktisch alle ihre Gebiete in Syrien und im Irak verloren habe.

mja/AFP



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