Sanktionsdrohungen gegen Iran Obama und Medwedew machen Druck

Für Iran wird im Streit um sein Atomprogramm die Luft immer dünner: Russland und die USA demonstrieren gemeinsam eine harte Haltung und der Uno-Sicherheitsrat diskutiert intensiv über Strafmaßnahmen. Teheran zeigte sich dennoch hart. Der iranische Armeechef drohte den USA.

Präsidenten Obama und Medwedew: Schulterschluss in Sachen Atom
AFP

Präsidenten Obama und Medwedew: Schulterschluss in Sachen Atom


Prag/New York - Mit ihrem Schulterschluss erhöhen Washington und Moskau den Druck auf Iran wegen seines Atomprogramms. Betont einig gaben sich US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew, als sie am Donnerstag ein neues Abrüstungsabkommen für Atomwaffen unterzeichneten. Und sie nutzten das Treffen, um auch nach Teheran eine deutliche Botschaft zu senden.

"Wir arbeiten gemeinsam im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, um strenge neue Sanktionen zu verabschieden", sagte Obama. Medwedew erklärte, Sanktionen führten zwar selten zu Ergebnissen, "aber manchmal geht es nicht ohne sie". "Teheran reagiert leider nicht auf eine Menge angebotener Kompromisse. Davor kann man nicht die Augen verschließen, und der Weltsicherheitsrat wird diese Angelegenheit erneut besprechen", sagte der russische Präsident.

In New York sollten noch am Donnerstag Verhandlungen über Strafmaßnahmen des Uno-Sicherheitsrats beginnen. Beteiligt seien die fünf ständigen Mitglieder des mächtigsten Uno-Gremiums - die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich - sowie Deutschland, hieß es aus der deutschen Uno-Botschaft. Die Verhandlungen würden sich "derzeit intensivieren", sagte US-Botschafterin Susan Rice.

Drohungen aus Teheran

Teheran zeigte sich von den Sanktionsdrohungen ungerührt. Iran werde sich nicht von seinem Atomprogramm abbringen lassen, erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad. "Wenn man uns keinen Brennstoff gibt, werden wir ihn selbst produzieren", sagte er dem Fernsehsender RTL in einem Interview. "Auf Länder, die auf uns Druck ausüben, können wir verzichten", erklärte Ahmadinedschad. Das gelte auch für Deutschland als einen der wichtigsten Handelspartner Irans: "Wir wünschen gute wirtschaftliche Beziehungen zu Deutschland, genauso wie kulturelle, aber wir kommen ohne sie auch zurecht."

Drohungen kamen vom Chef der iranischen Streitkräfte, Hassan Firusabadi. Er warnte die USA vor einer militärischen Intervention. Für den Fall werde Iran die amerikanischen Truppen im Nahen Osten ins Visier nehmen. Keiner der US-Soldaten in der Region werde dann lebendig heimkehren, sagte der Generalmajor der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars.

Die internationale Staatengemeinschaft versucht seit Jahren, Teheran mit der Androhung von Sanktionen an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Die USA sind sich in dieser Frage inzwischen mit Russland weitgehend einig. Die US-Regierung bemüht sich zudem, China von Strafmaßnahmen zu überzeugen.

Ahmadinedschad erklärte in dem RTL-Interview, dass Irans Atomprogramm rein zivilen Zwecken diene: "Wir sind grundsätzlich gegen Atombomben. Für uns sind Massenvernichtungswaffen unmenschlich", erklärte er.

Die westlichen Staaten werfen Iran dagegen vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Sie fordern von Teheran eine Einstellung der Urananreicherung im Land und die vollständige Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA.

mmq/Reuters/dpa

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
saul7 09.04.2010
1. ++
Zitat von sysopFür Iran wird im Streit um sein Atomprogramm die Luft immer dünner: Russland und die USA demonstrieren gemeinsam eine harte Haltung und der Uno-Sicherheitsrat diskutiert intensiv über Strafmaßnahmen. Teheran zeigte sich dennoch hart. Der iranische Armeechef drohte den USA. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687987,00.html
Die Sanktionsdrohungen werden überhaupt nichts bewirken. Der Iran spielt auf Zeit und kann es sich sogar erlauben, dies zu tun.
richterle 10.04.2010
2. Sanktionen
ja das denke ich auch.....Iran ist ein mächtiges Land....es weiß sich zu verdeidigen.
Bieneroller 29.07.2010
3. Iran-Krise
Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Da gab es doch mal ein Land was angeblich Atombomben hätte. Da ging der Amerikaner mit seinen Genossen und suchten sie. Ergebniss ist bis heute nur, das sie nicht fündig wurden, aber es macht ja nix, jetzt sind wir ja im Land und bleiben
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.