Sarkawis Tötung Bush ist stolz auf die US-Soldaten

George W. Bush war die Genugtuung anzumerken. Er sei stolz auf die amerikanischen Soldaten, sagte der US-Präsident in einer Stellungnahme zum Tod des Top-Terroristen al-Sarkawi. Ein Ende der Gewalt im Irak sei dennoch nicht abzusehen.


Washington/Bagdad - Sarkawis Tod stelle einen schweren Schlag für al-Qaida dar und sei ein bedeutender Sieg im Kampf gegen den Terror, sagte Bush. Die Amerikaner könnten "zu Recht stolz" auf die amerikanischen Soldaten sein. Im Irak stünden aber noch harte Tage bevor. Auch Bushs wichtigster Verbündeter im Irak-Konflikt, der britische Premierminister Tony Blair, sprach von einem wichtigen Schlag gegen den Terrorismus.

Bush: "Zu Recht stolz"
AFP

Bush: "Zu Recht stolz"

Ähnlich wie Bush äußerte sich auch Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Sarkawis Tod sei ein "wichtiger Erfolg im Kampf gegen Terror weltweit". Allerdings werde das kein Ende der Gewalt im Irak bringen. Mit Sarkawi sei ein Mann getötet worden, "der mehr Blut unschuldiger Menschen, Frauen und Kinder an den Händen hatte als jeder andere in der Welt".

Sarkawi sei gestern Abend bei einem US-Luftangriff "eliminiert" worden, teilte der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki mit, flankiert von US-Botschafter Zalmay Khalilzad und dem Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, General George Casey. Die jahrelange Jagd auf den al-Qaida-Anführer führte nach seinen Angaben in einer irakisch-amerikanischen Gemeinschaftsaktion zum Erfolg. Sarkawi und sieben seiner Begleiter wurden in einem Dorf 50 Kilometer nordöstlich von Bagdad getötet, nachdem die entscheidenden Hinweise vom irakischen Geheimdienst gekommen seien. Der wiederum habe Tipps aus der Bevölkerung in der Provinz Dijala erhalten und ausgewertet.

Khalilzad bezeichnete Sarkawi als "Paten sektiererischen Tötens im Irak", der für den Tod tausender Menschen verantwortlich sei. General Casey sagte, die Leiche sei durch Fingerabdrücke und durch Augenschein identifiziert worden. Die Journalisten applaudierten, als der Tod Sarkawis bekannt gegeben wurde.

In einer im Internet verbreiteten Erklärung kündigte al-Qaida an, sie werde den "Heiligen Krieg" fortsetzen. "Wir möchten die freudige Nachricht vom Märtyrertum des Mudschahids Scheich Abu Mussab al Sarkawi bekannt geben", hieß es in einer Erklärung. "Der Tod unserer Führer ist Leben für uns. Sie wird nur unsere Ausdauer bei der Fortsetzung des Heiligen Krieges stärken."

Sarkawi organisierte seit Mitte 2003 Anschläge mit Dutzenden von Toten und köpfte vermutlich persönlich zwei US-Geiseln. Er war berüchtigt und gefürchtet wie Osama Bin Laden. Auf seine Ergreifung hatten die USA die gleiche Summe - 25 Millionen Dollar - ausgesetzt. Maliki sagte dem Fernsehsender al-Arabija, das Geld werde auch ausgezahlt. "Wir halten unser Versprechen", sagte er, ohne weitere Details zu nennen.

Börsen und Devisenmärkte reagierten weltweit mit Optimismus auf die Nachricht aus dem ölreichen Golfstaat: Der Ölpreis gab erstmals seit zwei Wochen auf unter 70 Dollar je Barrel nach, der Dollarkurs stieg.

als/Reuters/dpa/AFP/AP



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