Ermittlungen Französische Justiz lässt Sarkozy seit Monaten abhören

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy droht offenbar ein neuer Skandal. Untersuchungsrichter lassen seit Monaten dessen Telefone überwachen, berichtet die Zeitung "Le Monde". Neben umstrittenen Wahlkampfspenden soll es auch um Korruption gehen.

Nicolas Sarkozy: Monatelang abgehört
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Nicolas Sarkozy: Monatelang abgehört


Paris - Gegen Frankreichs Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy laufen offensichtlich intensive strafrechtliche Ermittlungen - inklusive Abhöraktionen. Wie die Pariser Tageszeitung "Le Monde" am Freitag enthüllte, lassen Untersuchungsrichter seit Monaten die Telefone des 59-Jährigen überwachen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen soll die Affäre um angebliche Spenden des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi für den Sarkozy-Wahlkampf im Jahr 2007 sein. Mittlerweile geht es nach Informationen von "Le Monde" aber auch um Korruptionsdelikte wie missbräuchliche Einflussnahme. Sarkozy ließ die Vorwürfe über einen Anwalt zurückweisen. Dieser sprach von ungeheuerlichen Vorgängen und einer politischen Kampagne gegen seinen Mandanten.

Durchsuchung bei Sarkozys Anwalt

Bei der Telefonüberwachung sollen neue Erkenntnisse gewonnen worden sein, die dazu führten, dass am 26. Februar auch eine Untersuchung wegen unerlaubter Einflussnahme eröffnet wurde, berichtet "Le Monde" weiter. In einem Telefonat hätten Sarkozy und sein Anwalt Thierry Herzog über einen Vertreter der Staatsanwaltschaft beim höchsten französischen Gericht, dem Kassationsgerichtshof, gesprochen.

Dort soll am 11. März entschieden werden, ob es in der sogenannten Affäre Bettencourt rechtmäßig war, die Kalendernotizen von Sarkozy zu beschlagnahmen. In dem Telefonat zwischen dem Ex-Präsidenten und seinem Anwalt soll es darum gegangen sein, Informationen über den Stand dieses Verfahrens einzuholen. Die Justiz hatte am Dienstag die Räumlichkeiten von Herzog wegen des Vorwurfs der unerlaubten Einflussnahme durchsucht.

Auch Sarkozys Ex-Innenminister Claude Guéant und Brice Hortefeux seien telefonisch überwacht worden. Die Telefonüberwachung wurde laut "Le Monde" eingeleitet, nachdem im April 2013 die Ermittlungen zu der Gaddafi-Affäre begonnen hatten.

Sarkozy, der von 2007 bis 2012 französischer Präsident war, werden Ambitionen auf eine Rückkehr in die Politik nachgesagt.

ler/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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mcvitus 07.03.2014
1. Mich wundert gar nix mehr!
Jeder überwacht jeden und Skandale erzeugen (noch) Aufmerksamkeit oder lenken von relevanten Informationen ab. Ich bin gespannt, wann sich Medien und Politik besinnen und endlich wieder seriösen Aufgaben widmen werden
kugelsicher, 07.03.2014
2. Medien und Politik?
Zitat von mcvitusJeder überwacht jeden und Skandale erzeugen (noch) Aufmerksamkeit oder lenken von relevanten Informationen ab. Ich bin gespannt, wann sich Medien und Politik besinnen und endlich wieder seriösen Aufgaben widmen werden
Haben sie schon mal von der Gewaltenteilung gehört? Hier geht es darum, dass die Judikative, völlig zurecht tätig geworden ist. Evtl. mit ein wenig Hilfe der Exekutiven. Die Aufgaben der Legislative, und erst recht nicht die Medien, haben damit irgendwas zu tun.
seine-et-marnais 07.03.2014
3. Sarkozy ist ein vielgehörter Mann
Zitat von sysopREUTERSFrankreichs Ex-Präsident Sarkozy droht offenbar ein neuer Skandal. Untersuchungsrichter lassen seit Monaten dessen Telefone überwachen, berichtet die Zeitung "Le Monde". Neben umstrittenen Wahlkampfspenden soll es auch um Korruption gehen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/sarkozy-soll-monatelang-abgehoert-worden-sein-a-957493.html
Das ist nur ein Skandal. Gleichzeitig läuft ein zweiter, Sarkozys rechtsgestrickter Berater, Patrick Buisson, hat mit einem simplen Bandgerät, das praktisch die ganze Zeit lief, jahrelang Gespräche von Sarkozy mit Ministern, aber auch mit seiner Frau Carla, mitgeschnitten, schlicht überall dort wo er anwesend war im Elysée oder anderswo. Jetzt werden da Auszüge in der Presse und im TV verbreitet was 'man' denn so von dem einen oder anderen Minister hält. Sarkozy und Bruni wollen Anzeige erstatten, aber jetzt ist es eh zu spät.
AnunnakiNephilim 07.03.2014
4. Sarkozy/Kohl/Merkel...
Gaddafi hat ihm ein paar Millionen gegeben +kauf franz.Waffen+Aufträge an OL/gasfirma TotalFina... Alle politiker dercWelt: sich schmieren lassen/Geld annehmen/steuerGelder veruntreuen.. Kohl hats ja in dtld auch vor gemacht (hat sich geweigert wer die "Spender" waren,Schäuble hat ja sich auch geweigert woher die schwarzgeldkonten kommen..ostdt. Werke wurden "billugst" abgegeben-gegen Schmiergelder/spenden.dank Kohl. Dtld lässt sich verarschen/verkohlen... Und im Erika aka Merkel..speixhellecker der NATO/EU....Free Dtld....
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