Korruptionsverdacht Gericht setzt Ermittlungen gegen Sarkozy aus

Gute Nachrichten für Nicolas Sarkozy: Ein Pariser Gericht hat die Korruptionsermittlungen gegen Frankreichs Ex-Präsidenten vorerst eingestellt. Für dessen Comeback-Pläne kommt die Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.

Ex-Präsident Sarkozy: Ermittlungen vorerst eingestellt
AFP/ France 2

Ex-Präsident Sarkozy: Ermittlungen vorerst eingestellt


Paris - Die französische Justiz hat ihre Korruptionsermittlungen gegen Frankreichs Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy ausgesetzt. Ein Berufungsgericht in Paris ordnete an, das Verfahren bis zu einer Entscheidung über Einsprüche des konservativen Politikers nicht fortzuführen. Die Klärung könnte mehrere Monate dauern, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Justizkreise. Eine Begründung muss das Gericht nicht geben.

Seit Juli lief gegen Sarkozy ein formelles Ermittlungsverfahren. Der 59-Jährige und sein Anwalt sollen versucht haben, sich von einem hohen Staatsanwalt illegal Informationen über ein laufendes Verfahren zu besorgen. Im Gegenzug soll Sarkozy dem Staatsanwalt zugesagt haben, ihm einen Posten im Fürstentum Monaco zu besorgen. Die Affäre kam durch abgehörte Telefonate Sarkozys ans Licht, der frühere Präsident kam sogar zwischenzeitlich in Polizeigewahrsam.

Sarkozy hatte die Vorwürfe stets bestritten. Nach Einleitung des Anklageverfahrens im Juli sprach er von grotesken Anschuldigungen und warf der sozialistischen Regierung politische Instrumentalisierung der Justiz vor. Die Abhöraktion, die die Grundlage der Ermittlungen bildet, ist juristisch umstritten.

Für Sarkozy kommt die Entscheidung der Pariser Richter zu einem günstigen Zeitpunkt: Der konservative Politiker hat erst vor wenigen Tagen sein Comeback in die Politik angekündigt. Er wolle für den Vorsitz in der konservativen UMP-Partei kandidieren, als sein großes Ziel gilt eine Kandidatur für den Präsidentschaftswahlkampf 2017. Gegen Sarkozy laufen jedoch noch weitere Verfahren.

mxw/AFP/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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Drunken Masta 24.09.2014
1. Schon lustig
mit was für einem riesen Sack an Verdachtsmomenten, bestätigten und unbestätigten Skandalen man in der französischen Politik am Comeback arbeiten kann. Hierzulande wäre Sarkozy politisch tot. Man schaue wie vergleichsweise wenig zB einen Gutenberg zu Fall brachte.
ssissirou 24.09.2014
2. richtig!
Zitat von Drunken Mastamit was für einem riesen Sack an Verdachtsmomenten, bestätigten und unbestätigten Skandalen man in der französischen Politik am Comeback arbeiten kann. Hierzulande wäre Sarkozy politisch tot. Man schaue wie vergleichsweise wenig zB einen Gutenberg zu Fall brachte.
Und sorgen Sie dafür, dass es so bleibt, denn so langsam nimmt die Korruption in D auch zu. Hier in F wird es immer schlimmer, neulich wurde in der neuen Valls-Regierung ein Staatssekretär ernannt, Thomas Thevenoud, als sich herausstellte, dass dieser Herr seit 3 Jahren keine Steuererklärung abgegeben noch irgendwelche Steuern gezahlt hat, er hat auch seine Miete nicht gezahlt und auch nicht seine Knöllchen. Und so was will uns dann sagen, wo's lang geht. Dann muss man sich nicht wundern, wenn der normale Bürger bei seiner Steuererklärung schummelt. Allerdings hat die PS ihn rausgeschmissen, aber er kämpft immer noch um seinen Abgeordnetetenposten anstatt vor Scham in der Erde zu versinken. Der zweite in Frage kommende Kandidat für die nächste Präsidentschaftswahl (neben Sarkozy) ist Juppé, ein Vorbestrafter!
fritze28 24.09.2014
3. man sieht wieder mal
welche macht hinter diesem Mann steckt und das die Medien nicht nur hier unterscheiden zwischen gutem Menschen und besseren Menschen. auch hier werden Politiker, Manager, Gutmenschen mit der Macht der Medien vor der Gesetzgebung geschützt. Also nix Neues in der Welt. wenn sie mal über ihren, von der Politik vorgegebenen, Schatten springen würden, würde es besser laufen und die Korruption und Machenschaften der Politik offen gelegt.
shokaku 24.09.2014
4. Hier könnte ein Titel stehen
Zitat von Drunken Mastamit was für einem riesen Sack an Verdachtsmomenten, bestätigten und unbestätigten Skandalen man in der französischen Politik am Comeback arbeiten kann. Hierzulande wäre Sarkozy politisch tot. Man schaue wie vergleichsweise wenig zB einen Gutenberg zu Fall brachte.
Vielleicht sind die Franzosen einfach nur realistischer, was die Bewertung ihrer Mitmenschen angeht. Hierzulande ist doch jeder politisch tot, der nicht nur inhaltsleere Worthülsen absondert.
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