Vorwurf von Top-Terrorist Saudische Königsfamilie soll al-Qaida gesponsert haben

Ist Geld aus dem saudischen Königshaus an al-Qaida geflossen? Der in den USA inhaftierte Terrorist Zacarias Moussaoui behauptet dies. Er will in den Neunzigerjahren eine entsprechende Datenbank des Terrornetzwerks geführt haben.
Qaida-Mann Moussaoui: Schwere Vorwürfe in Brief an Richter

Qaida-Mann Moussaoui: Schwere Vorwürfe in Brief an Richter

Foto: AFP

New York - Prominente Mitglieder der saudischen Königsfamilie sollen nach Angaben des verurteilten Terroristen Zacarias Moussaoui das Terrornetz al-Qaida in den Neunzigerjahren finanziell unterstützt haben. Das behauptete Moussaoui im vergangenen Jahr in einem Brief an einen Richter an einem US-Bundesgericht in New York, wie die "New York Times" berichtet . Seine Aussagen seien in ein Gerichtsverfahren eingeflossen, das Angehörige der Anschlagsopfer vom 11. September gegen Saudi-Arabien anstrengen.

Einzelne Mitglieder der saudischen Herrscherfamilie hätten damals angeblich zu den Hauptgeldgebern von al-Qaida gehört. Nach eigenen Angaben will Moussaoui von der Terrororganisation aufgefordert worden sein, eine digitale Datenbank der Geldgeber zu erstellen.

Dieser Auftrag sei 1998 oder 1999 ergangen. Demnach habe "Scheich Osama" Bin Laden einen Überblick haben wollen, wer zum Dschihad beigetragen habe, so Moussaoui weiter. Auf der Liste hätten sich etwa der damalige Geheimdienstchef Prinz Bandar Bin Sultan und der Botschafter des Landes in den USA, Prinz al-Waleed Bin Talal befunden, dazu extrem wohlhabende Geschäftsleute.

Der verurteilte Terrorist will sogar mit einem Mitarbeiter der saudischen Botschaft über einen Plan diskutiert haben, mit einer Stinger-Rakete die Präsidentenmaschine "Air Force One" abzuschießen. Die saudische Botschaft wies die Anschuldigungen der Zeitung zufolge zurück. Moussaoui sei "erwiesenermaßen" ein "geistesgestörter Krimineller".

Der Franko-Marokkaner Moussaoui ist 2006 in den USA zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er galt lange als möglicher 20. Entführer der Anschläge vom 11. September. Moussaoui war wenige Wochen vor den Attentaten in den USA festgenommen worden. Er hatte - teilweise widersprüchliche - Geständnisse abgelegt, wonach er als Qaida-Mitglied an der Planung der Anschläge beteiligt gewesen sei. Nur eine Stimme der zwölf Geschworenen hatte ihn vor der Todesstrafe bewahrt.

jok/dpa