Menschenrechte Amnesty prangert Hinrichtungswelle in Saudi-Arabien an

Amnesty International nennt die Lage der Menschenrechte in Saudi-Arabien "entsetzlich": Auch unter König Salman gebe es keine Besserung. Seine Amtszeit habe mit einer "beispiellosen Hinrichtungswelle" begonnen.
König Salman in Riad: Amnesty kritisiert Unterdrückung von Regierungskritikern und friedlichen Aktivisten

König Salman in Riad: Amnesty kritisiert Unterdrückung von Regierungskritikern und friedlichen Aktivisten

Foto: FAYEZ NURELDINE/ AFP

Knapp hundert Tage nach der Machtübernahme von König Salman in Saudi-Arabien hat die Organisation Amnesty International fehlende Fortschritte bei der Menschenrechtslage im Königreich beklagt. Salman habe keine Maßnahmen zur Verbesserung der "entsetzlichen Bilanz" getroffen, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in einer Erklärung.

Statt Maßnahmen zur Verbesserung der Menschenrechte zu treffen, "steht König Salman an der Spitze einer anhaltenden Unterdrückung von Regierungskritikern und friedlichen Aktivisten", erklärte Philip Luter von Amnesty International. Die ersten Monate seiner Herrschaft seien von einer beispiellosen Hinrichtungswelle geprägt gewesen.

Auf eine Reihe von Forderungen der Organisation, darunter die Freilassung von Menschenrechtsaktivisten, habe Saudi-Arabien bislang nicht reagiert. König Salman bin Abdulaziz Al Saud hatte nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah am 23. Januar den Thron bestiegen.

Frankreichs Präsident François Hollande, der am Dienstag als erster westlicher Staatschef als Ehrengast zum Gipfel des Golfkooperationsrates in Saudi-Arabien war, forderte die Abschaffung der Todesstrafe in dem Land.

Saudi-Arabien ist eines der Länder, in denen die Todesstrafe am häufigsten anwendet wird. Laut der Nachrichtenagentur AFP gab es seit dem 1. Januar 2015 78 Hinrichtungen. Im Jahr zuvor seien es 87 Exekutionen gewesen. Die Strafe wird für Vergehen wie Vergewaltigung, Mord, Abfall vom Glauben, bewaffneten Raub und Drogenhandel verhängt.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte Hollande auf, bei seinem Besuch die Freilassung des saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi zu fordern. Dieser war wegen Beleidigung des Islams zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt worden. Nichtregierungsorganisationen wollen am Donnerstag in Paris für die Freilassung Badawis auf die Straße gehen.

sun/AFP
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