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Konflikt um Hinrichtungen Saudi-Arabien kündigt Bruch mit Iran an

Saudi-Arabien vollzieht den totalen Bruch mit Iran: Außenminister Jubeir kündigte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an, alle wirtschaftlichen Kontakte zu Teheran zu stoppen. Saudi-Araber dürfen nicht mehr nach Iran reisen.

Das saudi-arabische Königshaus bricht nach den diplomatischen Beziehungen nun auch alle wirtschaftlichen Kontakte zu Iran ab. Der Flugverkehr zwischen beiden Staaten werden eingestellt, Saudi-Araber dürfen nicht mehr nach Iran fliegen, kündigte Außenminister Adel al-Jubeir in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters an.

Riads Chefdiplomat rechtfertigte die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr, die in Iran und anderen Staaten zu Protesten geführt hatte. Nimr sei ein Terrorist gewesen, der in Anschläge verwickelt gewesen sei. Für seine Exekution und die Tötung von 46 weiteren Häftlingen am Samstag habe Saudi-Arabien Lob statt Kritik verdient, sagte Jubeir.

Der Außenminister betonte, dass iranische Hadsch-Pilger weiterhin in Saudi-Arabien willkommen seien. Das Regime in Teheran müsse sich aber "wie ein normales Land" verhalten, damit die Beziehungen wieder aufgenommen werden könnten. Dem Bruch sei eine "jahrelange aggressive Politik" der iranischen Führung vorangegangen.

  • Am Montag hatten bereits Bahrain und Sudan ihre diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen. In Bahrain lebt eine schiitische Bevölkerungsmehrheit. 2011 demonstrierten dort Zehntausende Menschen gegen das sunnitische Herrscherhaus. Dann kam eine saudi-arabische Eingreiftruppe der bedrängten Führung zur Hilfe und schlug den Aufstand nieder. Seither ist der Mini-Golftstaat von der Größe Hamburgs eine Art saudisches Protektorat.
  • Die Vereinigten Arabischen Emirate verkleinerten ihre Vertretung in Iran, zudem erlaubten sie weniger iranischen Diplomaten den Aufenthalt im Land.

Am Sonntag will die Arabische Liga bei einem Dringlichkeitstreffen in Kairo über die Lage beraten. Saudi-Arabien habe um die Sitzung gebeten, teilte der Staatenbund mit.

syd/Reuters/AFP
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