Terrorserie in Saudi-Arabien Mehrere Tote bei Anschlag in Medina

Am zweitwichtigsten Heiligtum des Islam hat sich ein Attentäter in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag nahe der Prophetenmoschee in Medina wurden vier Sicherheitskräfte getötet.

Polizisten am Anschlagsort in Dschidda
AFP

Polizisten am Anschlagsort in Dschidda


Eine Serie von Selbstmordanschlägen erschüttert Saudi-Arabien. Nach der Attacke eines Selbstmordattentäters in der Nähe des US-Konsulats in der Hafenstadt Dschidda hat sich ein weiterer Mann nahe der Prophetenmoschee in Medina in die Luft gesprengt. Nach Angaben des Innenministeriums starben dabei außer dem Attentäter selbst auch vier Sicherheitskräfte; fünf weitere wurden demnach verletzt. Die Moschee ist das zweitwichtigste Heiligtum im Islam und wird jedes Jahr von Millionen von Menschen besucht.

Der Erklärung des Ministeriums zufolge fiel der Verdächtige den Sicherheitskräften auf, als er sich über einen Parkplatz der Moschee näherte. Als sie versucht hätten, ihn zum Anhalten zu bewegen, habe er seinen Sprengstoffgürtel gezündet. Der Fernsehsender Al-Arabija hatte zuvor bereits Bilder mit Flammen und Rauch gezeigt. Noch hat sich niemand zu der Tat bekannt.

Fast zeitgleich gab es auch in der im Osten Saudi-Arabiens gelegenen, mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadt Katif einen Selbstmordanschlag. Dort starb nur der Attentäter. Zeugen zufolge hatte es zwei Explosionen gegeben. Demnach wurde bei einer ersten Detonation ein Auto zerstört, das vor der Moschee geparkt hatte. Kurz darauf habe sich eine weitere Explosion ereignet.

In Dschidda war am amerikanischen Unabhängigkeitstag offenbar das US-Konsulat Ziel des Anschlags. Dem Staatsfernsehen zufolge wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Das Konsulat teilte mit, kein Mitarbeiter sei verletzt. Wer hinter der Tat stand, war zunächst unklar. Der Attentäter habe sein Auto beim Konsulat geparkt und wenig später den Sprengsatz gezündet, meldete der staatliche Sender. Ein Augenzeuge berichtete von drei weiteren Explosionen.

In den vergangenen beiden Jahren gab es in dem sunnitischen Königreich immer wieder Gewalttaten gegen Sicherheitsbeamte und gegen die schiitische Minderheit, zu denen sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi hat das saudische Königshaus wiederholt der Tyrannei und des Abfalls vom Glauben bezichtigt und die Bürger aufgefordert, sich gegen die Herrscher aufzulehnen.

asa/Reuters/dpa/AP

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