Todesstrafe Saudi-Arabien hat seit Jahresbeginn 25 Menschen hingerichtet

Das Jahr 2015 ist gerade einmal 41 Tage alt. In dieser Zeit hat Saudi-Arabien bereits 25 Menschen hingerichtet - die meisten von ihnen wegen Drogenschmuggels.


Riad - Abdullah al-Anzi hat Drogen geschmuggelt und ist aufgeflogen. Deshalb hat ihn ein Richter in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt. Am Dienstagmorgen wurde der Syrer hingerichtet.

Es ist die 25. Exekution in dem Königreich seit Jahresbeginn, also innerhalb von nur 41 Tagen. Die meisten Hingerichteten waren Ausländer, die wegen Drogenvergehen verurteilt wurden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 wurde gegen 83 Menschen in Saudi-Arabien die Todesstrafe vollstreckt.

Anzi, der in der nordwestlichen Provinz Dschauf exekutiert wurde, soll versucht haben, Amphetaminpillen ins Land zu schmuggeln. "Das fügt jedem Einzelnen und der Gesellschaft schweren Schaden zu", teilte das Innenministerium in einer Erklärung zum Urteil mit. Die Scharia schreibe die härteste Strafe für dieses Vergehen vor, auch um Nachahmungstäter abzuschrecken.

Die Behörden ließen offen, wie der Verurteilte getötet wurde. In Saudi-Arabien sind Enthauptungen oder der Tod durch ein Erschießungskommando üblich.

Die rasante Zunahme von Hinrichtungen sowie die Auspeitschung des islamkritischen Bloggers Raif Badawi haben in den vergangenen Monaten international für Aufsehen gesorgt. Die Hoffnung, der seit dem 23. Januar regierende neue König Salman könnte die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien verbessern, scheint sich vorerst nicht zu erfüllen.

Das Strafrecht in Saudi-Arabien ist nicht verschriftlicht, Richter orientieren sich am Koran und den Überlieferungen des Propheten Mohammed - und legen diese besonders streng aus. Deshalb ähnelt der Strafenkatalog in dem Königreich sehr stark den Regeln der Terrororganisation "Islamischer Staat".

Strafenkatalog des "Islamischen Staates" (IS) und Saudi-Arabiens
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Strafenkatalog des "Islamischen Staates" (IS) und Saudi-Arabiens

syd/AP



insgesamt 57 Beiträge
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holik 10.02.2015
1. Akkordarbeit für Henker
Was war mit 1000 Peitschenschiebe? Wie sagte Steinmeier "völlig unverhältnismäßig"
postmaterialist2011 10.02.2015
2. Unrechtsstaat Nummer 1!
Aufgrund der absoluten Langeweile im Königreich Saudi-Arabien ist der Drogenmissbrauch unter jungen Einheimischen ein riesiges Problem, gleiches gilt für Abtreibungen und für HIV. Alles Themen die unter den Teppich gekehrt werden, die mir aber führende Mediziner in Ryadh übereinstimmend bestätigt haben. Am Wochenende fährt man nach Bahrain oder nach Dubai um die Sau rauszulassen, oder holt sich die Prostituierten gleich nach hause. Es werden allerdings nur Ausländer hingerichtet, bei Einheimischen drückt man mehr als nur zwei Augen zu. Und dieser widerliche Staat wird von westlichen Politikern hofiert, wobei ausser Zweifel steht, dass ein Grossteil des islamistischen Terrors in den letzten zwanzig Jahren durch Saudi-Arabien (mit)finanziert wurde.
watson10 10.02.2015
3. Dummer Bericht
Was wollen Sie mit diesem Bericht aussagen? Der Vergleich Saudi Arabiens mit dem IS ist eine unglaubliche Beleidung der Saudis. Wer das Land kennt und sich mit der Kultur und dem Land auseinandersetzt, erkennt diverse Fehler in diesem Bericht. Es scheint für Medien und Politiker populär zu werden, sich ein Land(z.B. Saudi oder Russland) oder eine Person zu suchen (z.B. Putin) die durch vergangene Verleumdungen einen schlechten Ruf haben und darauf rumzuhacken, da man das leicht und schnell verkaufen kann. Es wäre angebrachter sich mit Ländern detailiiert auseinandersetzen. King Abdullah war ein sehr beliebter König in Saudi. Sie suggerieren hier das Gegenteil. Wenn Sie ein Visum für Saudi beantragen, unterschreiben Sie auch ein Papier in dem in Grossschrift darauf hingewiesen wird das für die Einführung von Drogen die Todesstrafe besteht. Wenn ich das weiss und ich trotzdem Drogen einschmuggel bin ich doch selbst schuld. Ich habe jetzt keine Zeit Sie zu belehren, aber besser recherchieren wäre angebracht.
suhlerin 10.02.2015
4. Und hier pocht keiner
auf die Einhaltung von Menschenrechten.Keine Kanzlerin,Niemand.Denn dieses Land hat Öl und Gold und und und... Da verbrennt man sich doch nicht den Mund,Nein man drückt alle Augen zu.
jamesbrand 10.02.2015
5. wie
lange noch zählt dieses Terrorregime zu den Freunden unserer Politikern und Lobbyisten, den zu den Freunden unserer Bevölkerung haben die Saudis noch nie gezählt.
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